Speed-Saison-Auftakt: Cuche als Titelverteidiger, Albrecht als Rookie
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Speed-Saison-AuftaktCuche als Titelverteidiger, Albrecht als Rookie

Fünf Wochen nach dem Gletscher-Riesenslalom von Sölden und zwei Wochen nach dem Slalom-Auftakt in Levi (Fi) gilt es nun auch für die Spezialisten mit den langen Latten ernst. Erste Station der Speedfahrer ist traditionsgemäss Lake Louise.

Im Banff National Park in den kanadischen Rocky Mountains, wo am Samstag eine Abfahrt und tags darauf ein Super-G auf dem Programm stehen, herrschte zu Wochenbeginn Kaiserwetter, was laut Prognosen die ganze Woche anhalten könnte. Das sind ideale Bedingungen, um einen Winter zu lancieren, der im Februar an den Weltmeisterschaften in Val d'Isère seinen Höhepunkt finden soll.

Den Feinschliff holten sich die Schweizer zusammen mit ein paar anderen Nationen in Nakiska, am nicht weit von Lake Louise gelegenen Olympia-Berg von 1988, wo sie schon in der Vorwoche eingerückt waren. Das abschliessende Abfahrts-Training vom Montag war jedoch derart vom Wind beeinträchtigt, dass kaum aufschlussreiche Vergleiche gezogen werden konnten. So blieb beispielsweise Bode Miller deutlich hinter einem wie dem Nachwuchsmann Ralf Kreuzer zurück. Die beiden Tage davor hatte das Swiss-Ski-Team hingegen recht gut Super-G trainieren können. Neben Didier Cuche und Daniel Albrecht hinterliessen Carlo Janka und Cornel Züger einen starken Eindruck.

Seit fast 18 Jahren kein Schweizer Sieg

Lake Louise gilt nicht als Terrain der Schweizer. Den einzigen Sieg gab es vor knapp 18 Jahren, errungen durch Franz Heinzer. Auch die Podestplätze der letzten 10 Jahre sind schnell aufgezählt: Silvano Beltrametti wurde hier im Jahr 2000 Zweiter der Abfahrt, dazu sicherte sich Didier Cuche 2002 und letzten Winter (hinter Aksel Lund Svindal und Benjamin Raich) je einen 3. Platz im Super- G.

Aber vielleicht gelingt ja ein Coup wie zuletzt in Sölden. Dort waren die Schweizer während Jahren ebenfalls durch eine schwache Bilanz belastet, ehe ihnen dank dem Doppelerfolg von Albrecht und Cuche ein grossartiger Befreiungsschlag glückte. Cheftrainer Martin Rufener jedenfalls ist optimistisch. «Es geht von Jahr zu Jahr besser, wir haben eine immer stärkere Equipe.» Und mit Didier Cuche weiss er immerhin den besten Abfahrer der beiden letzten Jahre im Team: «Didier ist hoch motiviert. Mit dem Riesenslalom hat er nun eine dritte Disziplin, in der er das Podest erreichen kann.» Damit ist klar: Hält der Neuenburger in den beiden Speed-Disziplinen sein Niveau der Vorjahre, rückt auch die grosse Glastrophäe für den Gesamt-Weltcup in Reichweite.

Die grosse Kugel hat auch Daniel Albrecht ins Visier genommen. Der Walliser, mit 25 neun Jahre jünger als Cuche, steckt indes noch immer in der Lernphase. In Lake Louise ist Albrecht bisher noch nie angetreten, da fällt ihm gar der Part des Rookie zu. «Das spielt bei ihm keine so grosse Rolle wie bei vielen anderen», sagt Rufener, «er hat das Flair, sich ganz schnell auf einer ihm neuen Strecke zurecht zu finden. Zudem hat er im Gleiten Fortschritte gemacht. In Nakiska jedenfalls ist er die Gleiterkurven souverän gefahren. Lake Louise ist deshalb zumindest ein guter Aufbau für die vergleichsweise viel schwierigere Aufgabe von kommender Woche in Beaver Creek, wo seine Chancen natürlich noch grösser sind.»

Beat Feuz angeschlagen

In der Abfahrt stehen dem Schweizer Team neun Startplätze zur Verfügung. Gesetzt sind neben Cuche und Albrecht auch Didier Défago, Ambrosi Hoffmann, Tobias Grünenfelder und Silvan Zurbriggen. Die restlichen drei Plätze soll ein Quintett mit Cornel Züger, Ralf Kreuzer, Beat Feuz, Carlo Janka und Olivier Brand im Training unter sich ausmachen.

Beat Feuz, der Junioren-Weltmeister von 2007, hat sich allerdings im Riesenslalom-Training ein geschwollenes Knie eingehandelt. Es bildete sich nach einem starken Schlag aufs Innenband Flüssigkeit im Gelenk, weshalb dem Berner zwei Tage Trainingspause verordnet wurden. Ob er in Lake Louise zur internen Schweizer Ausscheidung antreten kann, ist noch ungewiss.

(si)

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