Aktualisiert 19.01.2012 15:01

Oben ohne

Cuche im Wandel der Zeit

19 Jahre im Ski-Weltcup sind lang. So lang, dass einem die Haare ausgehen können. Der bald zurücktretende Schweizer Speedkönig Didier Cuche ist das beste Beispiel.

von
Herbie Egli

Didier Cuche ist trotz seinem Rücktritt aus dem Ski-Weltcup nicht mehr wegzudenken. Er ist schon zu lange dabei. Genau gesagt seit dem 23. Dezember 1993. Damals bestritt der Neuenburger im Alter von 19 Jahren sein erstes Rennen in Bormio. Er wurde in der Abfahrt Zweitletzter. Mit Haaren auf dem Kopf. 19 Jahre später verkündete Cuche in Kitzbühel mit einer Glatze, dass er seine Karriere Ende der Saison 2011/12 beendet.

Der 37-jährige Neuenburger trug die Haare zwar schon immer kurz. Je länger Cuche Rennen fuhr, um so mehr lichtete sich seine Haarpracht. Zu Beginn seiner Karriere änderte sich auch die Farbe öfters. Mit Teamkollege Jürg Grünenfelder wettete er jeweils, dass die Frisur bei einem guten Resultat geändert werden muss. So erschien Cuche im Januar 1998 in Wengen mit blonden Haaren. Mittlerweile kennen ihn die Skifans seit längerer Zeit oben ohne.

Die Lücke im Palmarès

Ob mit oder ohne Haare, Cuche gewann in seiner Weltcup-Karriere bisher 18 Rennen. Zehn davon in der Königsdisziplin Abfahrt. Den ersten Sieg feierte er 1998 ausgerechnet an jenem Ort, an dem er nun seinen Rücktritt bekannt gab: Auf der legendären Streif in Kitzbühel. Der Kreis schliesst sich also. Im österreichischen Nobel-Skiort war er auch sonst am erfolgreichsten. Er triumphierte drei weitere Male in der Abfahrt und entschied einen Super-G für sich.

Neben weiteren Siegen in Österreich, Deutschland, Norwegen, Italien, Frankreich, Kanada und den USA konnte Cuche die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen jedoch nie für sich entscheiden. Mit dem Riesenslalom-Sieg 2002 am Chuenisbärgli in Adelboden hat der erfolgreichste Schweizer Skifahrer der letzten Jahre aber immerhin ein Heimrennen für sich entscheiden können.

An Grossanlässen blieb Cuche die Goldmedaille in der Abfahrt verwehrt. An den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano sowie den Weltmeisterschaften 2009 in Val d'Isère und 2011 in Garmisch-Partenkirchen musste der Speedspezialist mit Silber Vorlieb nehmen. Einzig 2009 in Val d'Isère gewann Cuche im Super-G die Goldmedaille und wurde Weltmeister. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver ging er als Topfavorit an den Start, musste sich aber mit Platz 6 begnügen.

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