Werbeverträge: «Cuche ist ein Rennschwein - kein Russi»
Aktualisiert

Werbeverträge«Cuche ist ein Rennschwein - kein Russi»

Erfolgreiche Skirennfaher können mit Sponsoren und Werbeverträgen das grosse Geld machen. Ein Weltmeistertitel sollte da von Vorteil sein. Doch für den frischgebackenen Super-G Weltmeister Didier Cuche sieht ein Experte schwarz: «Er hat es verpasst, sich besser zu vermarkten.»

von
Sandro Spaeth

Am vergangenen Wochenende feierte der 34-jährige Didier Cuche in Val d'Isère den ersten Weltmeistertitel seiner Karriere. Dass sich Cuches Marktwert dadurch aber steigert, glaubt Jürg Kernen, Herausgeber von «Sponsoring Extra» nicht: «Cuche hat seinen Zenit erreicht. Eigentlich müsste er nun aufhören.» Laut Kernen kann Cuche, sollte er weiterfahren, nur verlieren. «Er ist halt ein Rennschwein, kein zweiter Bernhard Russi», so Kernen. Jetzt könne Cuche hingegen als Kämpfer in die Geschichte eingehen, der die Karriere auf dem Höhepunkt beendet hat.

Markenwerte transportieren

Cuches langjähriger Sponsoringpartner ist die Schweizer Firma Wander. Auf dem Helm des Spitzenathleten prangt seit Jahren der Schriftzug Ovomaltine. «Wir haben seit elf Jahren einen Vertrag mit Didier Cuche und unterstützten ihn auch in schlechten Zeiten», sagt Beatrice Müller, Marketing Managerin bei Wander. Sie glaubt indes nicht, mit dem Ovomaltine Schriftzug auf Cuches Helm, den Bekanntheitsgrad der Marke noch steigern zu können: «Wir wollen mit Didier Cuche unsere Markenwerte transportieren» Laut Beatrice Müller ist dies hauptsächlich «gesunde Energie».

Cuche kassiert so viel wie Amman

Von Wander soll Didier Cuche rund 250 000 Franken pro Jahr erhalten. Laut «Cash» ist das ein ähnlicher Betrag, wie ihn Skispringer Simon Amman von seinem Kopfsponsor Helvetia erhält. Shootingstar Lara Gut kommt angeblich auf 200 000 Franken. Von Guts Vermarktungspotential ist Jürg Kernen äusserst angetan: «Sie ist jung und gutaussehend – künftig wird sei ein Vielfaches von diesem Betrag erhalten.» Dass sich die Werbewirtschaft wegen dem Weltmeistertitel nun um Didier Cuche reisst, glaubt Kernen nicht.

Fixer Betrag für Verband

«Die Kopfsponsoren müssen sich die Schweizer Skifahrer selber suchen», sagt Stefan Brütsch, Chef Marketing bei Swiss-Ski. Laut Brütsch verfügen die meisten Athleten über Manager, die sich der Sache annehmen: «Eine prozentuale Abgabe von Sponsoringgeldern an den Verband existiert nicht. Pro Kaderstufe haben die Athleten lediglich einen fixen Betrag an Swiss-Ski zu bezahlen», sagt der Marketing Chef. Den Betrag genauer benennen will er aber nicht.

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