Aktualisiert 24.01.2008 15:05

Cuche wieder der Schnellste

Didier Cuche gab in Chamonix gleich im ersten Training zur Abfahrt vom Samstag den Tarif durch. Der Kitzbühel-Sieger legte eine überlegene Bestzeit vor. Um 85 Hundertstel und mehr distanzierte er seine Gegner.

Die Schauplätze ändern sich, doch Cuche bleibt seiner Linie treu. Der Neuenburger setzte im ersten Training eine Bestmarke, wie er das in dieser Saison bereits in Lake Louise, in Beaver Creek und in Kitzbühel getan hat. Der Franzose Pierre-Emmanuel Dalcin kam Cuche am nächsten, und neben ihm verloren nurmehr Michael Walchhofer und der slowenische Stöckli-Fahrer Andrej Jerman weniger als eine Sekunde. «Ich habe probiert, Stoff zu geben. Das ist mir recht gut gelungen», durfte Cuche festhalten.

Ganz so arg wie in Kitzbühel geht es auf der Piste «La Verte» am Fusse des Mont Blanc natürlich nicht mehr zur Sache. «Wir sind zurück auf der Autobahn», sagte Hermann Maier, der diese Abfahrt vor acht Jahren gewonnen hat. Aber zumindest «la cassure», der erste von zwei grossen Sprüngen, der 50 bis 80 m gehen kann, beeindruckte selbst Cuche: «Viel weiter darf man hier nicht mehr springen.»

Für die Abfahrer mag der Wechsel von Kitzbühel nach Chamonix einem kleineren Kulturschock gleichkommen, auch was die Stimmung vor Ort angeht. Doch Cuche ist nicht unglücklich über die ruhigeren Momente: «Ich war drei Tage daheim, was zuletzt nicht mehr vorgekommen ist.» Untätig blieb er gleichwohl nicht. Er nutzte die Zeit fürs Krafttraining.

Hoffmann mit neuen Ski

Neben Cuche konnte sich von den Schweizern nur noch Ambrosi Hoffmann unter den ersten zehn einreihen. Der Davoser brachte es mit gut einer Sekunde Rückstand auf Platz 5. Nach der Enttäuschung von Kitzbühel (17.) probierte es Hoffmann, bei Head Markenkollege von Cuche, mit einem neuen Ski-Modell, was sich offensichtlich bewährte. «In Kitzbühel bin ich ohne Überzeugung angetreten, womit man schon vor dem Start verloren hat. Mit dem heutigen Tag bin ich aber wieder sehr zufrieden.»

Hoffentlich strahlen die Schweizer auch nach dem Rennen. Chamonix war in der Vergangenheit ein besonders steiniger Boden. Noch nie gewann hier einer aus dem Schweizer Team. Und nur ein einziges Mal gab es einen Podiumsplatz. Doch daran vermögen sich nur noch ältere Fans zu erinnern: 1968 fuhr Kurt Huggler auf Platz 2. Allerdings ist auch festzuhalten, dass von 1979 bis 1993 (mithin auch in der Blütezeit des Schweizer Skisports) nie Weltcup- Abfahrten in Chamonix ausgetragen wurden.

Chamonix (Fr). Erstes Training zur Weltcup-Abfahrt der Männer vom Samstag:

1. Didier Cuche (Sz) 1:59,72.

2. Pierre-Emmanuel Dalcin (Fr) 0,85 zurück.

3. Michael Walchhofer (Ö) 0,89.

4. Andrej Jerman (Sln) 0,91.

5. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,05.

6. Christoph Gruber (Ö) 1,20.

7. Werner Heel (It) 1,29.

8. Manuel Osborne-Paradis (Ka) 1,30.

9. Marco Büchel (Lie) 1,57.

10. Yannick Bertrand (Fr) 1,73.

Ferner: 14. Didier Défago (Sz) 1,95. 15. Mario Scheiber (Ö) 1,99. 20. Tobias Grünenfelder (Sz) 2,28. 25. Hermann Maier (Ö) 2,59. 29. Cornel Züger (Sz) 2,74. 34. Beni Hofer (Sz) 3,10. 35. Daniel Albrecht (Sz) 3,31. 42. Konrad Hari (Sz) 3,74. 57. Marc Berthod (Sz) 5,25. 59. Carlo Janka (Sz) 5,43. 80. Bode Miller (USA) 22,54.

83 Fahrer gestartet, 81 klassiert.

Ausgeschieden u.a.: Kurt Sulzenbacher (It).

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