Sölden-Triumph: Cuches Sieg ist Gold wert für Vancouver
Aktualisiert

Sölden-TriumphCuches Sieg ist Gold wert für Vancouver

Didier Cuche hat mit seinem Sieg in Sölden den Olympiawinter so richtig lanciert. Die Statistik belegt, dass ein Schweizer Erfolg zum Saisonauftakt in Österreich beim nächsten Grossanlass sechs Medaillen «generiert». Eine davon möchte Cuche als ältester Riesenslalom-Sieger einheimsen.

von
Herbie Egli

Bisher wurde der Ski-Weltcup-Winter schon zwölf Mal in Sölden gestartet. Zum ersten Mal 1993 und nach ein paar Unterbrüchen seit dem Jahr 2000 immer - mit einer Ausnahme: 2006 fiel der Anlass wortwörtlich ins Wasser. 1996 und 2008 schien für die Schweiz aber die Sonne. Beide Male gab es einen Doppelsieg und die darauf folgenden Weltmeisterschaften gestalteten sich von den Medaillengewinnen her identisch.

2x Gold, 3x Silber, 1x Bronze

Im Jahr 1996 durfte Steve Locher vor Michael von Grünigen über den Auftaktsieg in Sölden jubeln. Bei den Frauen war Karin Roten als Fünfte beste Schweizerin. Ein Jahr später bei der WM in Sestriere fuhren die Schweizer dann sechs Medaillen ein. Bruno Kernen (Abfahrt) und Michael von Grünigen (Riesenslalom) je eine goldige, die drei Silbermedaillen gewannen Bruno Kernen (Kombination), Heidi Zurbriggen (Abfahrt) und Karin Roten (Riesenslalom). Letztgenannte sicherte sich auch noch Slalom-Bronze.

Im letzten Winter wiederholte sich dieses Sieg-/Medaillen-Spiel. Zum Saisonauftakt gewann Daniel Albrecht in Sölden vor Didier Cuche, und Lara Gut fuhr bei den Frauen auf Platz 5. Die gleichen Ränge also wie schon 1996. Im Februar bei der WM in Val d'Isère heimsten die Schweizer dann auch wieder sechs Medaillen ein. Didier Cuche gewann Super-G-Gold und Carlo Janka holte sich die Goldmedaille im Riesenslalom. Silber ging an Cuche (Abfahrt) und Lara Gut (Abfahrt und Super-Kombination). Janka gewann ausserdem Bronze in der Abfahrt.

Legte Cuche neuen Grundstein?

Cuche feierte mit seinem gestrigen Sieg in Sölden den dritten Schweizer Triumph beim Saisonauftakt in Österreich. Das heisst natürlich nicht automatisch, dass die Schweizer Skifahrer in Vancouver auch wieder sechs Medaillen gewinnen. Mit dem Sieg und dem dritten Platz von Carlo Janka stehen die Vorzeichen aber gut, auch wenn zum Saisonhöhepunkt dieses Mal nicht Weltmeisterschaften, sondern Olympische Spiele anstehen. Cuche sagte nach seinem Triumph: «Wenn man bei Olympia oder WM gut sein will, muss man schon drei Monate davor gut sein.»

Dies hat Cuche eindrücklich bewiesen. Dank seinem Sieg hat der Neuenburger den Rekord des ältesten Riesenslalom-Gewinners im Weltcup nach oben geschraubt. Er hält ihn jetzt mit 35 Jahren. Die alte Marke lag bei 34 Jahren und gehörte ebenfalls dem Schweizer. Aufgestellt im Februar 2009 mit dem Riesenslalomsieg in Sestriere.

Älteste Disziplinen-Sieger:

Abfahrt:

Marco Büchel. Der Liechtensteiner gewann 2006 in Lake Louise mit 35 Jahren.

Super-G:

Marco Büchel. Beim Super-G-Sieg 2008 in Kitzbühel war der Liechtensteiner 36 Jahre und 2 Monate alt.

Riesenslalom:

Didier Cuche. Der Schweizer gewann in Sölden 2009 im Alter von 35 Jahren und 2 Monaten.

Slalom:

Finn Christian Jagge. Der Schwede war beim Sieg 1999 in Madonna di Campiglio 33 Jahre und 8 Monate alt.

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