Rad: Cunego gewinnt Lombardei-Rundfahrt
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RadCunego gewinnt Lombardei-Rundfahrt

Zum dritten Mal nach 2004 und 2007 hat Damiano Cunego die Lombardei-Rundfahrt für sich entschieden. Der WM-Zweite von Varese traf nach 242 km als Solosieger in Como ein.

«Die Lombardei-Rundfahrt gefällt mir. Die Strecke ist auf meine Fähigkeiten zugeschnitten. Das Finale ist sehr schön. Die Abfahrt nach der Steigung von Civiglio gefällt mir am besten. Dort kann man die Differenz schaffen.» Cunegos Erläuterungen vor dem Start zur 102. Austragung der Classique der fallenden Blätter erwies sich beinahe als Prophezeiung. Seine Helfer hatten jederzeit die Kontrolle über das Rennen. Am Schluss krönte der Teamcaptain die Vorarbeit mit seinem Solosieg.

Cunego, im Frühjahr Gewinner des Gold Race in Holland, griff kurz vor dem Scheitelpunkt des Civiglio an und nutzte Abfahrt auf den schmalen Strässchen hinunter nach Como, um eine erste Differenz zu seinen wichtigsten Gegnern zu schaffen. Ihnen gelang es über die letzte Rampe des San Fermo di Battaglia nicht, den Rückstand zu verringern. Im Gegenteil. Cunego konnte seinen Triumph auf der Zielgeraden diesmal auskosten. Letztes Jahr hatte der «kleine Prinz» Riccardo Ricco in einem harten Spurt niedergerungen.

Mit seinem dritten Triumph in der Classique der fallenden Blätter ist Damiano Cunego auf der Stufe von Costante Girardengo (It), Henri Pélissier (Fr), Gaetano Belloni und Gino Bartali (Beide It) sowie Jean Kelly (Irl) angelangt, die in früheren Jahrzehnten ebenfalls dreimal siegten. Noch besser machten es nur Alfredo Binda mit vier und der legendäre Fausto Coppi mit fünf Erfolgen.

Im Verlaufe der über 242 km führenden Fahrt von Varese nach Como war es 25 km vor Schluss zum Zusammenschluss gekommen. Zuerst hatten sich elf Fahrer zu einer langen Flucht aufgemacht. Nach der Hauptsteigung von Madonna di Ghisallo war noch ein Septett an der Spitze übrig geblieben, das jedoch erkennen liess, dass der Kräfteverschleiss zu gross war.

«Nach den Weltmeisterschaften habe ich weiterhin hart trainiert. Es lag mir sehr viel an einem weiteren Sieg in der Lombardei- Rundfahrt. Meine Mannschaft hat ausgezeichnet gearbeitet. Alles lief nach Plan», erklärte Cunego nach seinem neuesten Triumph. Und weiter: «Es ist ein fantastisches Gefühl, als Solosieger in Como einzutreffen. Besser hätte ich diese Saison nicht abschliessen können.»

Vor drei Jahren hatte Cunego mit seinem ersten Lombardei-Sieg gewissermassen seinen Erfolg im Giro d'Italia bestätigt. Vor Jahresfrist rettete der Italiener eine Saison, in der ihm keine grossen Siege glückten. In diesem Jahr erwies sich für Cunego die Tour de France erneut als Enttäuschung. Die Bilanz mit den Siegen im Gold Race und der Lombardei-Rundfahrt sowie der Silbermedaille an der Strassen-WM fällt dieses Jahr für den «kleinen Prinzen» ansprechend aus.

102. Lombardei-Rundfahrt (Varese - Como, 242 km):

1. Damiano Cunego (It).

2. Janez Brajkovic (Sln) 0:20.

3. Rigoberto Uran (Kol), gleiche Zeit

(si)

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