Aktualisiert 09.06.2011 07:19

Comic-WahlkampfCVP-Kuh drückt SVP-Stier platt

Der Walliser Karikaturenknatsch geht in eine neue Runde: Nachdem der SVP-Stier das CVP-Maskottchen bestiegen hat, schlägt dieses nun brachial zurück.

von
Antonio Fumagalli

Eigentlich wollte die CVP Anfangs Mai zum Auftakt der Wahlkampf-Schlussphase nur ihr Maskottchen – eine Ehringer Kampfkuh namens Lara – in den Ring schicken. Dabei hat sie die Rechnung aber ohne die SVP Unterwallis gemacht: Keine Woche später präsentierte diese an ihrer Generalversammlung eine Karikatur, die einen muskulösen Stier zeigt, wie er die bemitleidenswerte Lara besteigt. «Wir überlassen der CVP doch die Schweizer Kühe nicht kampflos», sagt SVP-Nationalrat Oskar Freysinger gegenüber 20 Minuten Online.

Offenbar wollte sich die Walliser CVP die «Vergewaltigung» ihres Maskottchens nicht gefallen lassen: In der demnächst erscheinenden Parteibroschüre «Lien» sitzt Lara auf dem SVP-Stier, der ob ihres Gewichts nur noch schnaubend die Augen verdrehen kann. Im Hintergrund zwei weitere SVP-Motive: Die für die Ausschaffungsinitiative verwendeten weissen und schwarzen Schafe und ein grinsendes SVP-Sünneli am Himmel. «Die SVP-Karikatur hat bei unserer Basis heftige Reaktionen ausgelöst, da mussten wir reagieren», sagt Fabienne Luyet, Generalsekretärin der Unterwalliser CVP. Man wolle kein neues Öl ins Feuer giessen, sondern die Polemik damit beenden.

Geglückte Befruchtung

Für SVP-Mann Freysinger hat sich die CVP mit ihrer Karikatur-Antwort ins eigene Fleisch geschnitten: «Man kann erkennen, wie sich einzig das schwarze Schaf an der brachialen Aktion der Kuh ergötzt. Das heisst folglich, dass sich nur Kriminelle über die Politik der CVP freuen.» Überhaupt bringe die CVP-Kuh nur dank der geglückten Befruchtung durch den SVP-Stier und der entsprechenden Trächtigkeit genügend Gewicht auf, um es mit ihm aufzunehmen, so die Interpretation des Kantonsschullehrers. «Lächerlich», findet CVP-Sekretärin Luyet, «man sollte nicht vergessen, dass Freysingers politische Karriere bei uns begann.»

Bei aller Giftigkeit des Walliser Wahlkampfs: Der Karikaturen-Wettstreit dürfte mit dem CVP-Nachzug beerdigt werden. Man wolle nun wieder «zur Debatte über echte Politik» zurückkehren, so Generalsekretärin Luyet. Die SVP ihrerseits hat gerade heute ihren Fraktionsausflug im Wallis – inklusive des Besuchs eines Kuhkampfes – durchgeführt. Einen Zusammenhang mit den Karikaturen bestehe allerdings nicht: «Der Ausflug wurde schon vor Monaten geplant», versichert Generalsekretär Baltisser auf Anfrage. Oskar Freysinger blickt gar freudig in die Zukunft: «Wir warten nun darauf, dass Lara das vom SVP-Stier gezeugte Kalb zur Welt bringt.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.