CVP: Musliminnen müssen am Schwimmunterricht teilnehmen
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CVP: Musliminnen müssen am Schwimmunterricht teilnehmen

Die CVP will es Musliminnen überlassen, ob sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht. Sie pocht aber darauf, dass auch muslimische Kinder die obligatorische Schulpflicht erfüllen.

Das Präsidium der Christlichdemokraten hat am Donnerstag einen Leitfaden vorgestellt, mit dem Vorurteile und Ängste auf beiden Seiten abgebaut werden sollen.

Hauptaussage des Papiers ist, dass die meisten Muslime ohne Anpassungsschwierigkeiten in der Schweiz leben. Die Probleme, welche mitunter durch religiöse oder kulturelle Differenzen auftreten, seien mit dem guten Willen beider Seiten lösbar. Was die Problematik der Religionsausübung an den Schulen angeht, pocht die CVP auf die Durchsetzung der obligatorischen Schulpflicht. Diese bezieht sich nach ihrem Verständnis auf alle Fächer - also auch auf den Schwimmunterricht. Den moslemischen Mädchen soll es aber erlaubt sein, beim Schwimmen einen Ganzkörperanzug zu tragen. Auch will die CVP die Teilnahme an den Klassenlagern für alle Schüler obligatorisch erklären lassen. Die Frage des Kopftuches an den Schulen lässt das Parteipräsidium offen. Der Vorstand soll entscheiden, ob er den moslemischen Lehrerinnen das Tragen des Kopftuches erlauben oder verbieten will. Generell vertritt die CVP jedoch die Ansicht, dass es allen moslemischen Frauen freigestellt sein müsse, ob sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht.

Eine Absage erteilt die CVP in ihrem Papier dem religiösen Fundamentalismus. Die schweizerische Rechtsordnung sei ohne Einschränkung zu akzeptieren und, wo nötig, auch durchzusetzen. Das Positionspapier der CVP geht nun in eine parteiinterne Vernehmlassung zu den Kantonalparteien, den kantonalen Regierungsräten und den Vorstandsmitgliedern. Am 28. April wird dann der Parteivorstand die Endfassung beschliessen. (dapd)

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