18.06.2020 16:05

Gerichtsprozess in Brig VSCVP-Politiker tötete Partnerin mit dem Hammer – Kind musste zusehen

2018 tötete Oberstleutnant Igor P.* seine Partnerin auf brutalste Weise. Heute wird der Fall vor Gericht verhandelt – und bringt schockierende Details ans Tageslicht.

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Igor P. steht vor Gericht, weil er seine Frau mit einem Hammer getötet hat.

Igor P. steht vor Gericht, weil er seine Frau mit einem Hammer getötet hat.

Foto: Agenda.culturevalais.ch
Der Mann war Oberstleutnant und in der CVP Brig aktiv. Im Bild: P. (z.v.r.) mit Bundesrätin Viola Amherd.

Der Mann war Oberstleutnant und in der CVP Brig aktiv. Im Bild: P. (z.v.r.) mit Bundesrätin Viola Amherd.

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2018 starb die Partnerin von P. in der gemeinsamen Villa. Er hat sie mit einem Hammer erschlagen.

2018 starb die Partnerin von P. in der gemeinsamen Villa. Er hat sie mit einem Hammer erschlagen.

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Vor dem Gericht in Brig musste sich am Donnerstag Igor P.* verantworten. Der CVP-Politiker hatte 2018 seine damalige Partnerin im gemeinsamen Haus getötet. Er erschlug die 39-Jährige mit dem Hammer. Laut den Gerichtsmedizinern schlug der Oberstleutnant mindestens 15-mal auf die Mutter seiner zwei Kinder ein. Die Frau erlitt ein massives offenes Schädel-Hirn-Trauma. Der heute 55-Jährige musste vor Gericht viele Fragen beantworten – über 3,5 Stunden wurde er von den Richtern befragt. Es kamen haarsträubende Fakten ans Tageslicht.

Wie das Newsportal Nau.ch berichtet, war Igor P. bankrott. An jenem Tag, an dem er die Bluttat verübte, hätte die Familie aus der Villa ausziehen müssen. Seine Partnerin wusste nicht, dass das Betreibungsamt an diesem Tag die Schlüssel zum prunkvollen Haus holen würde. Allgemein wusste sie nicht, in welchen finanziellen Schwierigkeiten sich P. befand: «Ich wollte sie im Prinzip nicht beunruhigen. Ich ging immer davon aus, dass es eine Lösung gibt, dass ich eine Stelle finde», sagte P. vor Gericht. Immer wieder liess der Lokalpolitiker den Räumungstermin verschieben. In der Verzweiflung bettelte er bei Bekannten auf der Strasse um Geld.

Dreijährige sah die Tat

An dem verhängnisvollen Tag im März hatte das Paar einen heftigen Streit. «Da war eine grosse Angst, dass sie mit den Kindern geht», führt P. vor Gericht aus. An seine Tat könne er sich nicht erinnern. Dafür aber eines der Kinder. Die jüngere Tochter musste mit ansehen, wie ihre Mutter getötet wurde. Das damals dreieinhalbjährige Kind sagte aus, es habe gesehen, wie Papi dem Mami mit einem Hammer auf den Kopf schlug, bevor sie starb.

Auf der Anklagebank zeigt sich der Familienvater reumütig. Immer wieder fängt er an zu weinen. «Seit über zwei Jahren lebe ich mit dem Gefühl der Schuld. Niemand kann sich vorstellen, wie das ist. Ich muss das ertragen und weitermachen», sagt P. vor den Richtern. Einmal dreht er sich sogar zu den Eltern seines Opfers um: «Es tut mir unheimlich leid, was geschehen ist. Das habe ich nie so gewollt.» Er bedankt sich vor Gericht dafür, dass sich die Familie seines Opfers heute um seine Kinder kümmert.

Erster Tötungsversuch mit Gurt

Schon 2017 hatte der Walliser versucht, seine Partnerin zu töten. Mit einem Gurt strangulierte er sie, bis sie in Ohnmacht fiel. Drei Tage musste die Frau auf der Intensivstation behandelt werden. Das Paar sagte damals aus, dass es sich um einen Sexunfall gehandelt hatte. Vor Gericht in Brig sagte P. am Donnerstag aus, dass der Vorfall so nicht offiziell bekannt werden sollte: «Wir hatten nie Sexspiele dieser Art.»

Der Staatsanwalt fordert wegen Mordes und versuchten Mordes 16 Jahre Gefängnis. Am Montag wollen die Richter die Strafe für P. verkünden.
* Name der Redaktion bekannt

(cho)

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