Aktualisiert 30.08.2011 12:34

Dreiste Wahlaktion

CVP-Politikerin als Plakat-Fälscherin

In Weinfelden TG entstellt eine CVP-Politikerin ein Plakat der SVP – und gibt es offen zu.

von
amr

Im heisser werdenden Wahlkampf werden immer wieder unliebsame Plakate politischer Gegner verunstaltet, in aller Regel anonym. Doch nun steht eine Nationalratskandidatin der CVP freimütig dazu, in Weinfelden TG ein SVP-Plakat abgeändert zu haben: «Mich stört, dass auf diesen Plakaten immer alles schlechtgemacht wird. Stattdessen sollten sie eine positive Botschaft verbreiten!», erklärt Simone Curau-Aepli. Sie hat deshalb kurzerhand ein Plakat der SVP in eine Aufforderung zu Wanderferien in der Schweiz umgewandelt – die vielen Beine auf dem Plakat inspirierten sie dazu.

Curau-Aepli weiss, dass ihre Aktion illegal ist, und hat die Tat von sich aus bei der Plakatgesellschaft APG gemeldet. Gemäss der Kommunikations-verantwortlichen Sandra Liechti behält sich die Gesellschaft vor, Anzeige einzureichen und die Kosten für die Neubeklebung zu verrechnen. Wenig Freude hat auch Schweiz Tourismus, mit dessen Logo das SVP-Emblem überdeckt wurde: «Wir haben bereits mit Frau Curau gesprochen und ihr ­gesagt, dass sie unser Logo wieder entfernen müsse», sagt Sprecherin Véronique ­Kanel.

Während die SVP keine ­Stellung nehmen wollte, betont die CVP Schweiz, dass es sich bei der Plakatänderung um eine Einzelaktion von Curau-Aepli handle. Kommunikationschefin Marianne Binder findet allerdings: «Die SVP sollte Frau Curau für die Idee danken und alle ihre Plakate im neuen Design umgestalten.»

FDP: Gleicher Slogan wie NPD

Die FDP bekennt sich seit November 2010 mit ihrem Wahlslogan «Aus Liebe zur Schweiz» demonstrativ zur Eidgenossenschaft. Sie steht damit nicht alleine da: Die nordrhein-westfälische NPD zog bereits im August letzten Jahres mit dem Slogan «Aus Liebe zu Deutschland» in den Wahlkampf.

Für die Ausarbeitung des FDP-Slogans wurde extra die renommierte Werbeagentur GGK beauftragt.

VR-Präsident Hermann Strittmatter rechtfertigt sich: «Diesen Spruch gibt es schon seit eh und je – es gibt kein Land auf der ganzen Welt, in dem er nicht existiert.» FDP-Sprecher Noé Blanc­pain spricht von einem «reinen Zufall»: «Wir wären ja selber blöd, wenn wir bei einer rechtsextremen Partei abkupfern würden.» Man halte am Slogan fest.

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