Aktualisiert 04.02.2004 22:41

CVP-Präsidium: Pierre Kohler zieht Kandidatur zurück

Pierre Kohler will nicht mehr CVP-Präsident werden. Der jurassische Nationalrat, der sich bereit erklärt hatte, die Nachfolge Philipp Stähelins anzutreten, fühlt sich zu wenig unterstützt.

Er sei von der Haltung der Parteileitung enttäuscht, bestätigte Kohler gegenüber der Nachrichtenagentur sda Medienberichte. Er sei nie kontaktiert worden, obwohl er bereit gewesen sei zu kandidieren. Auch an der Klausur der Bundeshausfraktion vom vergangenen Wochenende in Nottwil LU sei sein Name nicht mehr genannt worden.

Gemäss Aussagen von CVP-Fraktionschef Jean-Michel Cina hat die Partei mit Kohler ein Gespräch geführt. Die mangelhaften Deutschkenntnisse des jurassischen Neo-Nationalrats seien jedoch ein Problem, sagte Cina Ende Januar.

Die CVP des Kantons Jura hatte sich vergangene Woche einstimmig hinter Kohler als neuen Parteipräsidenten gestellt. Dieser will jedoch nicht das fünfte Rad am Wagen sein. «Die Leitung der CVP ist sich nicht bewusst, dass die Partei in Schwierigkeiten steckt und dass es Leute gibt, die sich engagieren wollen», sagte Kohler weiter.

Kohler wurde im Oktober neu in den Nationalrat gewählt. Rund einen Monat, nachdem die Aargauer Nationalrätin Doris Leuthard und der Schwyzer Ständerat Bruno Frick aufs Parteipräsidium verzichtet hatten, meldete er sein Interesse an. Nach seinem Verzicht wolle er sich nun seiner Arbeit in der grossen Kammer widmen, sagte Kohler.

de Buman legt sich nicht fest

Der Freiburger Nationalrat Dominique de Buman, ein weiterer möglicher Kandidat für das CVP-Präsidium, liess am Mittwoch gegenüber dem Westschweizer Radio alle Optionen offen. «Es ist zu früh sich festzulegen», sagte er. «Wenn man aber seine Partei liebt, muss man alles dafür tun, damit sie erfolgreich ist.»

Seit der Thurgauer Ständerat Philipp Stähelin nach der Bundesratswahl seinen Rücktritt als CVP-Präsident erklärt hatte, haben damit schon drei Kandidatinnen und Kandidaten abgewinkt. Die Wahl des neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin wurde vom 7. Februar auf den Sommer verschoben. Bis dahin leitet die von Stähelin als Kronfavoritin lancierte Leuthard die CVP.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.