Maskottchen: CVP will mit Kampfkuh die Wahlen gewinnen
Aktualisiert

MaskottchenCVP will mit Kampfkuh die Wahlen gewinnen

Die schnaubende Walliser Kampfkuh Lara ist das neue Maskottchen der CVP. Experten sprechen von einer «internen Wahrnehmungsverzerrung».

von
Désirée Pomper / Renaud Bournoud
CVP-Kuh Lara: Antwortauf SVP-Maskottchen Zottel. (key)

CVP-Kuh Lara: Antwortauf SVP-Maskottchen Zottel. (key)

Breitbeinig, angriffslustig, vor Kraft strotzend steht sie da: die Walliser Kampfkuh Lara, neues Maskottchen der CVP Schweiz. Die Zahl 1 ziert ihre Flanke und eine CVP-orange Glocke mit Schweizer Kreuz ihren Hals. Ein Jahr lang hat CVP-Generalsekretär Tim Frey laut «Sonntag» nach einem Logo gesucht. Und fand es schliesslich – bei einem Bier. Lara «ist perfekt für uns, zumal wir einen Walliser an der Spitze haben», freut sich Tim Frey, in Anspielung auf Präsident Christophe Darbellay. Auch CVP-Sprecherin Marianne Binder hält das Logo für gelungen: «Wir haben diese Kuh gewählt, weil wir zeigen wollen, dass die CVP eine kämpferische Partei ist.» Die Partei habe Muskeln und diese wolle man auch demonstrieren. Die Nummer 1 stehe für den Willen, die Wahlen im Herbst zu gewinnen.

Doch so viel Kampfeslust ist manchen zu viel des Guten. «Diese Kuh macht einem fast Angst», sagt Kommunikationsexperte Marcus Knill. Er diagnostiziert bei der CVP eine «interne Wahrnehmungsverzerrung»: «Das Bild der starken Kuh beziehungsweise einer starken Partei stimmt nicht mit der Realität überein. Es ist höchstens eine Illusion.» Auch Frank Bodin, Werber des Jahres 2009, nimmt der CVP nicht ab, Partei der Kampfkühe zu sein. Das Logo zeuge von Hilf- und Fantasielosigkeit. «Die CVP reagiert mit Kampfkuh Lara auf die SVP-Geiss Zottel. Sie hätte besser auf etwas Eigenes gesetzt.»

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