Berufsschule Bern: Cyber-Attacke gegen GIBB – Schüler verdächtigt

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Berufsschule BernCyber-Attacke gegen GIBB – Schüler verdächtigt

Verwirrung an der Berufsschule Bern: Am Dienstagmorgen kursierte ein Mail, wonach die Schule am Mittwoch ausfallen wird. Doch die Schüler freuten sich vergeblich.

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aha

«Yeah, schulfrei», dachte sich wohl so manch ein Schüler der gewerblich-industriellen Berufsschule Bern (GIBB) am Dienstagmorgen. Um neun Uhr erhielten alle Informatik-Lehrlinge ein Mail vom schulischen Informatikdienst: «Wegen des Quota-/ Berechtigungsproblems fällt der Informatik Unterricht für alle Klassen am 02.12.2015 aus», stand darin. Doch bereits zwei Stunden später folgte die Ernüchterung – offenbar wurde die Schule Opfer einer Cyberattacke. Der offizielle GIBB-Informatikdienst informierte in einem Mail darüber, dass die vorherige Nachricht von einem Schüler mittels eines Servers in Deutschland versendet worden sei.

Schüler droht Verwarnung

Ob es sich dabei tatsächlich um einen Schüler handelt, will Sonja Morgenegg-Marti, Direktorin der GIBB, jedoch noch nicht bestätigen: «Es ist noch nicht bekannt, von wem das Mail versendet wurde.» Der Informatikdienst ermittle derzeit, um mehr über das Fake-Mail herauszufinden.

Die Lehrlinge an der Schule können sich vorstellen, dass einer ihrer Kollegen hinter der Sache steckt. «Mit den nötigen Insider-Infos wäre das durchaus möglich», meint ein GIBB-Schüler. Dass der Hacker der Schule schaden wollte, glaubt er aber nicht: «Die Möglichkeit dazu hatte er ja. Aber scheinbar wollte er nur auf die gravierende Sicherheitslücke aufmerksam machen.»

Sollte das Mail tatsächlich von einem Schüler versendet worden sein, muss dieser mit Konsequenzen rechnen. «Wir würden das Gespräch suchen und auch eine schriftliche Verwarnung aussprechen. Ein Schulverweis kommt nur in Frage, falls es sich nicht um das erste Vergehen des Schülers handelt», so Morgenegg-Marti. Auch würde in diesem Fall das Berechtigungskonzept der Informatik überprüft. «Falls es ein Schüler war, müssten wir dieses überarbeiten», so Morgenegg-Marti.

Unklarheit und Verwirrung

Unter den Informatik-Lehrlingen an der GIBB herrschte lange Unsicherheit: «Wir haben am Montag bereits ein Mail erhalten, in dem von Quota- und Berichtigungsproblemen die Rede war. Diese wären schon ein Grund für einen Unterrichtsausfall», so ein Informatik-Schüler. Dieses Mail stammte tatsächlich vom Informatikdienst. Am Dienstagmorgen erhielten die Lehrlinge dann zuerst «zwei schräge Nachrichten, die keinen Sinn machten», kurz darauf folgte das Mail, welches über den Unterrichtsausfall informierte.

Auch das Mail vom Informatikdienst, dass es sich um eine Falschmeldung handle, sorgte nicht sofort für Klarheit: «Es sah komisch aus und hatte einige grammatikalische Fehler», so ein weiterer GIBB-Schüler. Erst eine Lehrerin konnte den verwirrten Lehrlingen bestätigen, dass der Unterricht am Mittwoch tatsächlich stattfinden würde. «Da waren wir schon enttäuscht», so ein GIBB-Schüler.

Die GIBB ist nicht das erste Mal in den Schlagzeilen: Bereits mehrmals kam es in der Schule zu Bombendrohungen, zuletzt vor knapp zwei Jahren. Mitte November sorgten die sprunghaft angestiegenen positiven Bewertungen auf Google für Gesprächsstoff. Dass es an der GIBB zu Cyberattacken kommt, ist jedoch neu: «Mir ist kein anderer Fall bekannt», so die Direktorin.

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