Betrüger im Knast: Cyber-Bankräuber stahlen 45 Millionen Dollar
Aktualisiert

Betrüger im KnastCyber-Bankräuber stahlen 45 Millionen Dollar

Sie hoben mit gefälschten Karten bündelweise Geld ab und prahlten auch noch mit ihrer Beute, doch nun ist das Lotterleben vorbei: Die New Yorker Polizei hat sieben Cyber-Verbrecher verhaftet.

von
phi

US-Polizei und Nachrichtendienst haben eine New Yorker Zelle einer internationalen Bande von Cyber-Bankräubern ausgehoben. Sieben Männer seien festgenommen worden, teilte das Justizministerium am 9. Mai mit. Ein achter Verdächtiger sei nur Tage zuvor in der Dominikanischen Republik getötet worden. Es soll sich um den Bandenchef Alberto Yusi-Lajud handeln. Die internationale Gruppe soll in zwei Aktionen Kreditkarten und Konten manipuliert und so 45 Millionen Dollar (knapp 43 Millionen Franken) erbeutet haben.

Die Bande drang nach Justizangaben in die Computersysteme von Banken ein und manipulierte Kreditkartenkonten. An Automaten auf der ganzen Welt konnten sie so Millionen Dollar abheben. Die Justizbehörden sprachen von einem «massiven Raubzug im Stile des 21. Jahrhunderts», der über Datenleitungen und rund um den Globus vollzogen wurde. «Statt Pistolen und Masken haben sie Laptops und das Internet verwendet.»

Täter «bauten sich» eigene Bankkarten

Ins Visier genommen hatten die Täter die Rakbank aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und die Bank of Muscat aus dem Oman. Sie besorgten sich angeblich die Daten von Prepaid Debit Cards der Geldinstitute, bei denen sie das Limit entfernten. Anschliessend wurden die Informationen auf eine x-beliebige Karte übertragen: Eine alte Coop- oder Migros-Karte könnte genau so zum Einsatz kommen wie die Zugangskarte eines Hotels. Anschliessend hoben die Bandenmitglieder bündelweise Geld am Automaten ab: An einem Tag waren es allein 2,8 Millionen Dollar.

Am meisten Beute sackten die Gauner im Februar ein: Bei 36'000 Transaktionen wurden rund 40 Millionen Dollar gestohlen, wobei das Geld in Ländern wie Russland, Rumänien, Grossbritannien, Japan, Ägypten oder Kolumbien abgehoben wurde. Wer ausserhalb der USA noch an dem Coup beteiligt war, wollten die US-Fahnder unter dem Hinweis auf laufende Ermittlungen allerdings nicht verraten. (phi/sda)

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