Affäre um gedopte russische Athleten: Cyberattacke trifft IOC
Publiziert

Affäre um gedopte russische AthletenCyberattacke trifft IOC

Der Nachrichtendienst des Bundes meldet eine Welle von Angriffen auf Daten von internationalen Sportverbänden mit Sitz in der Schweiz.

von
scl
Stark vom Cyberkrieg betroffen: internationale Sportverbände mit Sitz in der Schweiz, wie das IOC. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Stark vom Cyberkrieg betroffen: internationale Sportverbände mit Sitz in der Schweiz, wie das IOC. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Im Februar und März erlebte die Schweiz gemäss dem Nachrichtendienst des Bundes einer Welle von Cyberangriffen. Die Behörde habe intern von Cyberattacken auf «diverse internationale Sportverbände» mit Sitz in der Schweiz berichtet, schreibt der «SonntagsBlick». Unter den betroffenen Objekten wird das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne genannt – aber auch Schweizer IT-Unternehmen seien getroffen worden.

Die Schweiz sei als Sitz internationaler Sportverbände vom Cyberkrieg «stark betroffen» heisst es in der internen Analyse weiter. Bei den Angriffen handelte es sich um sogenanntes Phishing: Mit gefälschten E-Mail-Absendern und Websiten werden Zugriffsdaten ertrogen.

Informationen über gesperrte russische Athleten

Der Nachrichtendienst spricht im Bericht von «mutmasslich russischen» Tätern und erörtert auch deren Motivation: Die Angriffswelle erfolgte auf dem Höhepunkt der Affäre um gedopte russische Athleten. Vom 9. bis 25. Februar fanden im südkoreanischen Pyeongchang die Olympischen Winterspiele statt. Das Ziel habe laut NDB darin bestanden, an möglichst viele Informationen über gesperrte russische Athleten zu gelangen. Zudem gebe es Versuche, mit diesen Daten die internationale Antidoping-Gesetzgebung zu torpedieren.

1 / 3
Alexander Legkow wird in Pyeongchang definitiv nicht am Start sein. Das CAS lehnt seine und diejenige von weiteren 44 russischen Sportlern ab. Das IOK hatte ihnen eine Einladung verwehrt.

Alexander Legkow wird in Pyeongchang definitiv nicht am Start sein. Das CAS lehnt seine und diejenige von weiteren 44 russischen Sportlern ab. Das IOK hatte ihnen eine Einladung verwehrt.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Kurz vor der Eröffnungsfeier ist der Entscheid gefallen.

Kurz vor der Eröffnungsfeier ist der Entscheid gefallen.

Keystone
Sportfan Putin: Der 65-Jährige aus St. Petersburg während den Spielen in Sotschi.

Sportfan Putin: Der 65-Jährige aus St. Petersburg während den Spielen in Sotschi.

Keystone/Alexei Nikolsky

Keine Starterlaubnis für die Winterspiele: Der Internationale Sportgerichtshof CAS lehnte den Einspruch der russischen Sportler ab.

Eine NDB-Sprecherin bestätigte, dass «in der Schweiz vor allem Unternehmen und Organisationen im Bereich des olympischen Sports betroffen» gewesen seien. Der Nachrichtendienst habe zudem Kenntnis von Attacken in anderen Ländern. Man stehe in Kontakt mit Unternehmen und Organisationen, «die in der Schweiz möglicherweise Angriffe erlitten haben oder noch immer erleiden». Im Rahmen «eines präventiven Mandats» werde eng mit anderen Stellen des Bundes kooperiert.

Deine Meinung