Mit Hightech-Prothesen für Body Positivity: Cyborg-Influencerin kämpft für Akzeptanz 

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Mit Hightech-Prothesen für Body PositivityCyborg-Influencerin kämpft für Akzeptanz 

Sie nennen sich selbst «Cyborgs» und zeigen sich selbstbewusst auf ihren Social-Media-Kanälen: Influencerinnen und Influencer, die Hightech-Prothesen tragen, verbreiten mit ihren Postings persönliche und positive Botschaften.

von
Picstars
Tilly Lockey schreibt auf ihrem Profil: «Es ist wahr, die Roboter übernehmen.»

Tilly Lockey schreibt auf ihrem Profil: «Es ist wahr, die Roboter übernehmen.»

Instagram/tilly.lockey

Darum gehts

  • Cyborg-Influencerinnen und -Influencer zeigen auf ihren Profilen, wie sie ihren Alltag mit Hightech-Prothesen bestreiten.

  • Dabei teilen sie nicht nur ihre Lebensgeschichten. Sie klären auch über technische Fortschritte auf und verbreiten positive Botschaften.

  • Die sozialen Medien bieten sich dazu an, dass die Web-Persönlichkeiten in ihren Tagesabläufen nahe begleitet werden und sie brennende Fragen aus der Gemeinschaft beantworten können.

Tilly Lockey aus Grossbritannien ist eine Vorreiterin des Cyborg-Influencings. Ihren 108 Tausend Followern zeigt sie, wie sie ihr Leben ohne Hände, dafür aber mit bionischen Prothesen bestreitet. Diese registrieren Aktivierungen an verbliebenen Muskeln, weswegen auch von einer gedanklichen Steuerung gesprochen wird. Tilly Lockey findet, dass sie wie eine «Sci-Fi-Figur» aussieht, und feiert das auf ihren Profilen.

Die 16-Jährige erkrankte früh an einer Hirnhautentzündung. Infolgedessen wurden ihre Hände amputiert. Nun nutzt sie ihre Social-Media-Kanäle, um über ihren Alltag zu berichten und für Aktivismus. Gegenüber Arte «Tracks» erzählt sie, dass sie es als ihre Aufgabe sieht, gegen Behindertenfeindlichkeit anzukämpfen. Ihre erreichte Reichweite nutzt sie inzwischen auch, um sich eine Gesangskarriere aufzubauen.

Von Verzweiflung, Frust und Motivation

Zu weiteren Cyborg-Influencern und -Influencerinnen, die positive Botschaften auf ihren Profilen verbreiten, gehört auch die Vize Miss Germany Gina Rühl. Die Studentin nennt sich auf Instagram die «einarmige Prinzessin», da sie nach einem Unfall vor drei Jahren ihren Arm verlor. Auf ihrem Account teilt sie, wie die Prothese funktioniert, und zeigt, wie sie damit Frisuren machen, Wäsche falten oder kochen kann. Sie spricht aber auch über Schmerzen, Frust oder lacht vor Verzweiflung in die Linse, wenn sich ein beissender Mückenstich am anderen Arm nicht mit dem «Ärmchen» kratzen lässt.

Alexander Böhmer aus Köln, der eine Beinprothese trägt, ist ebenfalls ein Sympathieträger auf Social Media. Mit seinen persönlichen Postings möchte er den Viewern Hoffnung geben und will zeigen, dass alles machbar ist, wenn der Wille dazu existiert. Er verlor mit 20 Jahren sein Bein aufgrund eines bösartigen Knochentumors: Nun lässt er sich von der Öffentlichkeit auf Social Media zur Physiotherapie begleiten oder zeigt, wie er Herausforderungen mit Rollschuhen oder dem Hula-Hoop-Reifen meistert.

Ohne Beine ins Fitnessstudio

Die Kölnerin Angie Berbuer verlor bei einem Verkehrsunfall im Jahr 2019 beide Beine. Danach entschied sie sich dazu, den Genesungsprozess mit der Öffentlichkeit auf Instagram zu teilen. Aktuell verfolgen 155 Tausend Personen, was die 23-Jährige täglich berichtet. Ihren Account bespielt sie mit dem Credo, dass Glück nicht ans Aussehen gebunden sei. Die Kölnerin, die viele Sportinhalte postet, zeigte unter anderem, wie sie nach dem Unfall zum ersten Mal ohne Beine ins Fitnessstudio zurückkehrte.

Im Wasser fühlt sie sich «vollwertig»

Zu den Cyborg-Sportlerinnen zählt sich auch Zainab Al-Eqabi. Als Kind verlor die 32-Jährige bei einem Unfall ihre Beine. Während ihrer Studiumszeit verliebte sie sich ins Schwimmen und wurde süchtig danach. Der Frau aus Dubai hilft der Sport, den Rücken zu stärken. Somit kann sie Schmerzen lindern, die mit dem Tragen der Beinprothesen zusammenhängen. Im Wasser fühle sie sich frei und «als vollwertiger Mensch», sagt sie gegenüber dem «Tagesspiegel». Ihren 1,6 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten zeigt sie insbesondere, wie sie die Welt bereist.

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Das Influencer Radar entsteht im Rahmen einer Content-Partnerschaft zwischen 20 Minuten und Picstars. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei 20 Minuten.

Picstars ist die führende Anbieterin für kreatives, zeitgeistiges und datengesteuertes Influencer-Marketing in der Schweiz. Die 2014 gegründete Agentur, mit Sitz in Zürich und Berlin, findet den «Perfect Match» zwischen Kunden*innen, Kampagnen und Influencer*innen und kreiert inspirierendes Storytelling für eine authentische Markenkommunikation. picstars.com

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