Trash-TV: D-Promis lassen die Sau raus
Aktualisiert

Trash-TVD-Promis lassen die Sau raus

Sie schmieren sich Tier-Kot ins Gesicht, suhlen sich im Dreck und leben wie Tiere: Mit dem TV-Format «Das Tier in mir» ersetzt RTL II «Big Brother» - und erntet Kritik.

von
lis

Kaum ist der Trash-TV-Marathon von Big Brother auf RTL II nach der 10. Staffel endlich beendet, füllt der Sender die hinterlassene Vorabend-Lücke mit den nächsten Doku-Soaps aus. Das Leid anderer soll die Zielgruppe wieder vor die Glotze locken. Der Montagabend versucht also in Zukunft mit Sendungen wie «Abenteuer Afrika – Deutsche Teenies beissen sich durch», «Tattoo Attack» und «Das Tier in mir» anzulocken.

Dicke beim Lästern, beim Duschen, beim Kotzen

Ersteres ist eine Mischung aus bekannten TV-Formaten wie «Teenager ausser Kontrolle», «The Biggest Loser» und einer Prise «Goodbye Deutschland – die Auswanderer». Wer hier zusehen will, wie übergewichtigen jungen Erwachsenen geholfen wird, ist fehl am Platz. Die acht «Teenies» werden vorgeführt und gedemütigt: Dicke Menschen beim Lästern, dicke Menschen beim Duschen und dicke Menschen beim Kotzen - darauf setzt RTL II.

Dass die 21- bis 22-Jährigen Kandidaten offiziell gar keine Teenager mehr sind, interessiert die Macher solcher Shows anscheinend herzlich wenig - «Teenie» im Titel klingt halt viel besser.

Zwei von drei Sendungen gefloppt

Teenie hin oder her, schlussendlich verschwendeten gerade mal 0.63 Mio. junge Menschen ihre Zeit an die Übergewichtigen im afrikanischen Busch. «Tattoo Attack» hatte zwar ein paar schadenfreudige Zuschauer mehr, vermochte mit seinen Zuschauerzahlen aber trotzdem nicht die anderen beiden Doku-Soaps aus der Quoten-Versenkung zu heben. D-Promis, die sich vor laufenden Kameras tätowieren lassen sind zwar schon ein bisschen spannender als übergewichtige Jugendliche – aber niveaumässig immer noch ganz weit unten.

Und wenn wir schon bei niveaulos sind: Die niedrigsten Zuschauerzahlen erzielte am Anlauf-Abend «Das Tier in mir» mit nur 0.59 Mio. Zuschauern. Die Idee hinter diesem Format: Menschen verhalten sich wie Tiere und müssen zwei Tage mit ihnen zusammenleben.

«Das Tier in mir» ein «Tiefpunkt»

Die Doku-Soap fiel nicht nur bei den Zuschauern durch, sondern auch beim Journalisten und Medienwissenschaftler Alexander Kissler, der RTL II hart kritisiert. Der Nachrichtenagentur «dpa» sagte Kissler: «Immer wieder wird dem Privatfernsehen vorgeworfen, einen Menschenzoo zu präsentieren – in diesem Format nimmt der Sender das wörtlich.» Kissler weiter: «Hier wird die Grenze von Mensch zu Tier aufgehoben, die Botschaft lautet: Es ist völlig in Ordnung, wenn Du dich wie ein Tier verhältst und die Sau rauslässt. Ein Tiefpunkt».

Mit Kot einreiben nützt auch nichts mehr

D-Promis wie Katy Karrenbauer, Gina-Lisa Lohfink, Olivia Jones und Oliver Beerhenke leben also wie die Tiere im Zoo und müssen sich mit ihren «Artgenossen» anfreunden. Wie Sie in der Bildstrecke sehen können, gehört sich mit Kot der Tiere einzureiben zur Einführung dazu – damit sich die Tiere auch an ihren neuen Spielgefährten gewöhnen. Egal ob Hunde, Kamele, Seehunde, Elefanten oder Bären – RTL II hat für jedes Tier den passenden Promi gefunden. Da hier bis auf die Kot-Sache nichts Weiteres passierte, schalteten nicht mal mehr die Big-Brother-Zuschauer ein. Wenn das mal nicht zur RTL-II-Krisensitzung führt.

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