02.01.2020 15:21

Feuerwerksabfall nach Silvester

«Da bekomme ich so einen Hals»

Nach Silvester waren in Basel und Umgebung Parkanlagen und Plätze übersät mit Feuerwerskabfall. Die Stadtreinigung musste die Hinterlassenschaften von Hand aufräumen.

von
lha

«Einfach nur traurig. Bei uns in der Strasse sah es auch so aus. Es ist einfach unglaublich.» Die Hinterlassenschaften von Silvester provozierten auf Facebook eine Welle der Empörung an Neujahr. Ob in Basel am Rheinbord, in Riehen oder Reinach: Parkplätze, Parkanlagen und teilweise auch Quartierstrassen waren übersät von Feuerwerk-Abfall.

«Mir ist nicht klar, wie man Feuerwerk verballern und den Abfall dann einfach liegen lassen kann», sagt Jonas Schwarz. Der Basler Unternehmer war am Neujahrsmorgen im Schützenmattpark unterwegs. Die Freude am schönen Wetter währte nicht lange. Feuerwerksbatterien, Flaschen, Verpackungen, im Park sah es aus wie auf dem Schlachtfeld. «Da bekomme ich so einen Hals», entfährt es ihm. Tags darauf das gleiche Bild, als er morgens zu Fuss in Kleinhüningen unterwegs war.

33 Mann feiern Silvester mit dem Besen

Die Basler Stadtreinigung hat den Kampf gegen den Müll am Neujahrsmorgen bereits um 3.30 Uhr mit 33 Mann begonnen. Was die Truppe zu sehen bekam an den Littering-Hotspots, mutete grotesk an: «Auf der Münsterpfalz standen zwei grosse Container bereit für den Abfall des Partyvolks. Sie waren praktisch leer, der Boden dafür voll», so der stellvertretende Leiter der Stadtreinigung Stefan Pozner.

Die Feuerwerk-Überreste zu entfernen war mit viel Extra-Aufwand verbunden: Feuerwerksbatterien und Stöcke von den Raketen können nicht von den Maschinen der Stadtreinigung entfernt werden. «Das muss alles von Hand aufgenommen werden», so Pozner. Zugenommen hätten vor allem die Feuerwerksbatterien. Für wenig Geld bekommt man ein mehrminütiges Spektakel geboten. Offensichtlich halten es danach aber nicht alle für nötig, die Überreste einzupacken und zu entsorgen.

Raketensteuer oder Litteringbussen

In ihrer Empörung fordern erste auf Facebook schon ein generelles Feuerwerkverbot. Ein kreativer, wenn auch unwahrscheinlicher, Vorschlag wurde in der Gruppe «Du weisch, dass de vo Rieche bisch, wenn...» gepostet: «Nach der Hundesteuer wird jetzt dann auch eine Raketensteuer eingeführt.»

Hingegen könnten die Abfallsünder mit 80 Franken gebüsst werden, sofern man sie denn auf frischer Tat erwischen würde. Dann würde auch die Champagnerflasche, die in Basel laut Pozner viele einfach am Boden zurückliessen, ein paar Preisklassen nach oben rutschen.

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