TV-Tipp: Da, da, da, das ist ein Hit, aha!
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TV-TippDa, da, da, das ist ein Hit, aha!

Mit der Textzeile «Da da da - du liebst mich nicht, ich lieb dich nicht, aha!» war in den 80ern schon alles gesagt. Und ganz plötzlich wirkte deutsches Liedgut nicht mehr peinlich, sondern cool. Wie sich die gar nicht stille Musikrevolution der Neuen Deutschen Welle vollzog, zeichnet der TV-Sender ARTE heute im Rahmen eines Themenabends nach.

«Da Da Da, ich lieb Dich nicht du liebst mich nicht, aha aha aha» - kurz: «Da Da Da»- aus dem Jahr 1982 stammt von der Band Trio und war einer der grössten Hits der Neuen Deutschen Welle. Der Song hatte auch ausserhalb des deutschsprachigen Raumes grossen Erfolg und wurde in etwa 30 Ländern veröffentlicht. Er zeichnet sich durch eine äusserst sparsame Instrumentierung, minimalen Text und Sprechgesang aus. Prägnant ist der Rhythmus, der von einem Spielzeugkeyboard stammt.

NDW erobert die ZDF-Hitparade

Mit der Bandgeschichte von Trio lässt sich exemplarisch die Geschichte der deutschen Popmusik der 80er Jahre aufrollen. Die Aufnahme «Da Da Da» hatte vorerst wenig Erfolg. Der stellte sich erst ein, als das Lied in der Musiksendung «Bananas» und kurze Zeit später in der Kultursendung «Aspekte» vorgestellt wurde. Weitere Popularität erlangte es, als Trio als erster Vertreter der Neuen Deutschen Welle in der «ZDF-Hitparade» auftrat und aufgrund der minimalistischen Konzeption des Liedes für Irritationen sorgte.

Trio abstrahiert stark. Peter Behrens spielt auf seinem reduzierten Schlagzeug meist nur einen stoischen Viervierteltakt ohne jegliche Fill-Ins. Gert Krawinkel konzentriert sich darauf, Rhythmusgitarre zu spielen, und verzichtet weitgehend auf Soli. Dazu verschafft die Band dem Casio-Sound eine Weltöffentlichkeit. Das kleine Taschenkeyboard Casio VL-Tone 1, auf dessen Rhythmus das Lied beruht, war das erste seriell hergestellte Keyboard für den Heimgebrauch und ging in den 80er Jahren über eine Million mal über die Ladentheke.

Die Geburtsstunde von Techno?

Eine direkte Linie von «Da Da Da» führt zum «Minimal Techno», respektive zum «Detroit Techno», seinem Vorläufer. Deren Musik hat den Synthesizer zum kreativen Kern neuer Musik erhoben, die eine ganze Generation veranlasst hat, ihre Wohnungen in semiprofessionelle Studios zu verwandeln.

Neben den drei Trio-Musikern Peter Behrens, Stefan Remmler und Gert Krawinkel kommen zahlreiche Weggefährten der Band wie beispielsweise Dieter Meier von der schweizer Electro-Combo Yello zu Wort.

(ARTE/rre)

TV-Tipp:

Der Themenabend zur Neuen Deutschen Welle auf ARTE (heute, Donnerstag, 20. August ab 21:00 Uhr):

«NDW - Die deutsche Pop-Revolution» ab 21:00 Uhr, um 22:30 Uhr dann die Sendung

«Da Da Da - die Entstehung eines Hits».

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