Ronja Furrer: «Da hatte ich wirklich Angst»
Aktualisiert

Ronja Furrer«Da hatte ich wirklich Angst»

Ein Bandscheibenvorfall, soziales Engagement und Liebesurlaub mit Stress: Im Interview mit 20 Minuten spricht das erfolgreiche Model über ein turbulentes Jahr.

von
Lucien Esseiva

20 Minuten trifft Ronja Furrer (23) im Behindertenheim Blumenhaus im solothurnischen Buchegg. Das Schweizer Topmodel betätigt sich als verfrühtes Christkind und beschenkt die Bewohner mit Kopfhörern und Tabletts. Ihr Besuch hat einen besonderen Grund.

Ronja, was für eine Bedeutung hat das Blumenhaus für dich?

Meine Tante lebte hier, bis sie 20 Jahre alt war, und mein Mami arbeitet seit zehn Jahren im Blumenhaus. Vor sechs Jahren kam ich zum ersten Mal hierher. Ich habe in dieser Zeit eine Beziehung mit den Kindern aufgebaut.

Beim Treffen mit den Kindern bist du in Tränen ausgebrochen. Warum?

Die Kinder sind so bodenständig und freuen sich ehrlich über kleine Dinge. Das kennen wir fast nicht mehr in unserer Gesellschaft. Das hat mich sehr berührt.

Macht dir ein Besuch bei behinderten Kindern bewusst, wie privilegiert du bist?

Ich weiss sehr zu schätzen, wie gut es mir geht. Aber wenn ich mit den Kindern zusammen bin, dann geniesse ich einfach die Zeit mit ihnen. Losgelöst davon versuche ich immer wieder mir vor Augen zu führen, was für ein grosses Glück ich habe.

Du kennst auch Tiefschläge. Du musstest wegen eines Bandscheibenvorfalls die New York Fashion Week absagen. Wie hast du diesen Moment erlebt?

Das Schlimmste war, dass ich nicht mehr laufen konnte. Da hatte ich wirklich Angst. Als ich dann gehört habe, dass es ein therapierbarer Bandscheibenvorfall sei, ging es mir ein bisschen besser. Aber natürlich war die Absage frustrierend, weil ich mich auf solche Shows intensiv vorbereite.

Hast du je gedacht, dass es das Ende deiner Karriere hätte bedeuten können?

Im ersten Moment wollte ich nur eins: einfach wieder gehen können. Dann kamen die Fragen: Wird es mir bald besser gehen? Werde ich je wieder als Model arbeiten können? Aber ich bin ein positiver Mensch und freue mich jetzt einfach auf das neue Jahr.

Auf dem Laufsteg waren 2015 Plus-Size-Models oder Frauen mit Handicap sehr gefragt. Wie stehst du dazu?

Ich finde das positiv, weil es den Horizont für andersartige Menschen öffnet. Wichtig ist einfach, dass die Models ihren Job gerne und aus freien Stücken machen.

Frankreich will 2016 zu dünnen Models verbieten. Klappt das?

Vergiss es! Das wird sich nie ändern, kein Model wird je zu einem Arzt gehen und sich testen lassen, bevor sie auf den Laufsteg geht.

Worauf freust du dich denn am meisten im neuen Jahr?

Dass ich bald mit Andres (Anm. d. Red.: Rapper Stress) in die Ferien fahre.

Wo gehts hin?

Nach Costa Rica zum Surfen. Ich werde Andres einfach vom Strand aus zuschauen, mein Rücken erlaubt mir noch keinen Sport.

Du hältst deine Beziehung zu Andres sehr privat. Warum ist dir das so wichtig?

Bis zu einem gewissen Grad darf die Öffentlichkeit an unserer Beziehung teilhaben, der Rest ist unsere Privatsphäre. Das will ich so beibehalten.

Sieht das Andres auch so?

Oh ja! Das kannst du mir glauben. (lacht)

Wie feierst du Weihnachten?

Mit meiner ganzen Familie. Dass auch mein Vater mit seiner Familie dabei ist, finde ich besonders schön.

Habt ihr eine besondere Tradition?

Mein Mami spielt Klavier und wir singen alle dazu Weihnachtslieder. Zu essen gibt es etwas Einfaches, damit niemand zu lange in der Küche stehen muss: Raclette.

Was ist dein grösster Wunsch für 2016?

Dass ich wieder gesund werde. Und auch bleibe. Ich will meinen Rücken wieder in den Griff bekommen und lernen, mit dem Schmerz umzugehen. Ganz ohne Beschwerden werde ich nie mehr sein, das kenne ich von Andres.

Das Blumenhaus-Buchegg ist ein Zentrum zur Förderung und Betreuung von Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung. Ronja Furrer pflegt zur Institution eine enge Beziehung. Ihr Tante wurde lange Zeit im Blumenhaus betreut und ihre Mutter Pia arbeitet seit Jahren als Betreuerin dort. Weitere Informationen zum Blumenhaus-Buchegg finden Sie hier.

Das Blumenhaus-Buchegg ist ein Zentrum zur Förderung und Betreuung von Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung. Ronja Furrer pflegt zur Institution eine enge Beziehung. Ihr Tante wurde lange Zeit im Blumenhaus betreut und ihre Mutter Pia arbeitet seit Jahren als Betreuerin dort. Weitere Informationen zum Blumenhaus-Buchegg finden Sie hier.

Das Blumenhaus-Buchegg ist ein Zentrum zur Förderung und Betreuung von Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung. Ronja Furrer pflegt zur Institution eine enge Beziehung. Ihr Tante wurde lange Zeit im Blumenhaus betreut und ihre Mutter Pia arbeitet seit Jahren als Betreuerin dort. Weitere Informationen zum Blumenhaus-Buchegg finden Sie hier.

Das Blumenhaus-Buchegg ist ein Zentrum zur Förderung und Betreuung von Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung. Ronja Furrer pflegt zur Institution eine enge Beziehung. Ihr Tante wurde lange Zeit im Blumenhaus betreut und ihre Mutter Pia arbeitet seit Jahren als Betreuerin dort. Weitere Informationen zum Blumenhaus-Buchegg finden Sie hier.

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