Urs Fischer: «Da ist irgend etwas falsch gelaufen»
Aktualisiert

Urs Fischer«Da ist irgend etwas falsch gelaufen»

Wir hätten noch zwei Stunden spielen können, der Ball wäre nicht rein», sagt Renato Steffen nach der 0:3-Niederlage des FCB in der Champions League gegen PSG.

von
E. Tedesco
Paris

Das sagt FCB-Trainer Urs Fischer nach der 0:3-Niederlage trotz guter Leistung auswärts bei Paris St-Germain. (Video: 20 Minuten)

Der FCB hadert nach der 0:3-Pleite auswärts in Paris gegen PSG. Latte, Pfosten und wieder Pfosten. Dem ersten Basler Sieg in der Champions League stand Aluminium im Weg. Michael Lang (5.), Seydou Doumbia (36.) und Marek Suchy – alle mit Köpfchen – testeten die Torumrandungen im Parc des Princes. Es krachte regelmässig im Gebälk. Leider zappelte der Ball nie im Netz.

«Irgendwann habe ich zu Taulant Xhaka gesagt: Wir hätten noch zwei Stunden spielen können, der Ball wäre nicht reingegangen», haderte Renato Steffen in Paris. Dementsprechend enttäuscht waren die Basler Protagonisten. «Wir haben mutig gespielt und alles besser gemacht, als in London – es ist unwahrscheinlich bitter», sagt Steffen weiter. «PSG war nicht unwiderstehlich.»

FCB-Präsident Bernhard Heusler sass auf der Tribüne inmitten von den Präsidenten der Ligue-1-Clubs, die am Donnerstag eine Sitzung in Paris haben und erhielt viele Komplimente. «Man hat mir gesagt, dass nicht viele Vereine hier zu so vielen Chancen kommen, wie wir in der ersten Halbzeit», so der FCB-Boss. «Es fehlten oft nur Zentimeter», hadert auch Michael Lang, der zum Beispiel seinen Kopfball (5.) an die Latte setzte.

Der FCB verliert bei PSG 0:3

Der FC Basel verliert in der Champions League gegen Paris St-Germain 0:3. Michael Lang hadert mit dem Schicksal und spricht von Pech. (19.10.2016)

Auch Michael Lang hatte Pech im Abschluss. (Video: 20 Minuten)

Den hohen Marktwert hat man nicht gesehen

«Den Unterschied hat die Effizienz ausgemacht und manchmal ist es einfach auch nur Pech. Einige Spieler haben gesagt, in der Torumrandung sei ein Magnet eingebaut gewesen», so Lang lachend. «Den Marktwert und die Anzahl der Champions-League-Spiele hat man auf dem Platz nicht unbedingt gesehen, und trotzdem sind es genau diese Spieler, die in den entscheidenden Phasen den Unterschied machen – leider war es dreimal zuviel.»

Und zu wenig effizient auf Seiten der Bebbi. Eine der Grosschancen hatte Renato Steffen (11.), der allein auf Keeper Aréola loszog und kläglich scheiterte. «Ich hatte tausend Gedanken im Kopf: Erst wollte ich den Ball reinschieben, dann einen Chip machen und rausgekommen ist ein Bubi-Schuss», so Steffen selbstkritisch zu seiner Chance. Hätte er seine Möglichkeit verwertet, wäre das Spiel vielleicht in eine andere Richtung gelaufen.

Steffen nach der 0:3-Pleite der Bebbi bei PSG

Das sagt Renato Steffen nach der 2. Niederlage in Serie der Basler in der Champions League. (19.10.2016)

Renato Steffen nach der Niederlage in Paris. (Video: 20 Minuten)

Am Ende das Gleiche

«Wir sind mit einem 0:1 statt einem 2:0 in die Pause – mit einem Schnitzer, der auf diesem Niveau nicht passieren darf, uns aber passiert ist. Du hast die klareren Chancen doch am Ende verlierst du 0:3 – da ist irgendetwas falsch gelaufen», sagt Urs Fischer, der seiner Mannschaft einen guten Auftritt attestierte. Der FCB-Trainer hat diesmal auf taktische Umstellungen verzichtet und im gewohnten 4-3-2-1-System spielen lassen.

«Die Mannschaft war mutig, hat immer wieder nach vorne gespielt, ist besser in die Zweikämpfe gekommen und hat sehr gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben», macht Fischer seiner Mannschaft ein Kompliment. « Das hat mir viel besser gefallen als in London – am Ende aber kommt das Gleiche heraus.»

Genau genommen die zweite Niederlage im dritten CL-Spiel. «Ich brauche noch einen Moment. Wenn ich das Spiel analysiere, wird es noch einmal gröber werden und da wird man sich noch einmal an den Kopf langen. Ich glaube aber auch, dass der FCB eine gute Visitenkarte abgegeben hat.»

So hat der FCB wie Ludogorez Rasgrad nur einen Punkt in der Gruppe A. «Dank» der deftigen 0:6-Pleite gegen Arsenal haben die Bulgaren (2:10) aber ein deutlich schlechteres Torverhältnis als der FCB (1:6) und so liegt der FCB auf Platz 3. Machen die Favoriten Arsenal und PSG in diesem Gleichschritt wie bisher weiter, machen Rasgrad und der FCB den Rang 3, der gleichbedeutend mit dem Überwintern im Europacup ist, am 23. November in Sofia untereinander aus.

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