Aktualisiert 02.11.2011 15:40

Horroreltern

«Da liegts verbuddelt»

Im ostdeutschen Potsdam findet derzeit ein Prozess gegen ein Elternpaar statt, das sein Kind auf groteske Weise getötet haben soll.

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Die Mutter behauptete vor Gericht, das Kind gewollt zu haben. Dennoch verbarg sie ihre Schwangerschaft. (Screenshot: bild.de)

Die Mutter behauptete vor Gericht, das Kind gewollt zu haben. Dennoch verbarg sie ihre Schwangerschaft. (Screenshot: bild.de)

Der Fall war im Februar bekannt geworden. Es war die Indiskretion der Mutter, die dazu führte: Betrunken hatte sie einer Freundin erzählt, dass sie zusammen mit ihrem Mann ihr viertes Kind kurz nach der Geburt ermordet und im Garten vergraben habe. Nun stehen die 38-jährige Kirsten H. und der 35-jährige Marcel T. vor Gericht.

Der Mord sei vor zwei Jahren geschehen, schreibt die deutsche «Bild»-Zeitung. Das Elternpaar hatte bereits drei Kinder und war arbeitslos. Kirsten H. wurde wieder schwanger. Den Familienvater freute die Nachricht gar nicht – er machte sich Sorgen wegen des Geldes. Die Mutter verbirgt inzwischen die Schwangerschaft vor Nachbarn und Familie. Am Tag der Geburt geht sie in den Keller.

Sie beschuldigen sich gegenseitig

Der Vater soll das Kind kurz nach der Entbindung in ein Tuch gepackt haben. In einem Plastiksack mit der Aufschrift «Willkommen in der Family» vergrub er das Neugeborene im Garten, 40 Zentimeter unter dem Plattenweg, der zum Haus führt und auf dem seine drei anderen Kindern spielten.

Vor Gericht behauptet die Mutter nun, das Kind gewollt zu haben, aber «Marcel wollte es nicht, weil unser Geld nicht reicht». Am Tag nach dem Mord habe er ihr die Stelle gezeigt, wo das ermordete Baby lag: «Da liegts verbuddelt», soll T. zu ihr gesagt haben. Marcel T. gibt zu, das Kind im Garten begraben zu haben, den Mord schiebt er aber seiner Frau zu: «Die Mutter hat das Kind getötet», lautete seine Aussage.

Für den Staatsanwalt ist der Fall klar: Die Mutter kann das Kind nicht gewollt haben, wie sie behauptet – sonst hätte sie die Schwangerschaft nicht verborgen. Das Urteil wird für Januar erwartet.

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