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FCZ-Coach Urs Meier«Da müssen die Spieler jetzt durch»

Lange blieben die Garderobentüren der Zürcher nach dem europäischen Aus geschlossen. Trainer Urs Meier: «Die Mannschaft hat eine riesige Enttäuschung zu verarbeiten.»

von
Eva Tedesco

Der FCZ scheidet gegen Slovan Liberec aus dem Europacup aus. Trainer Urs Meier weiss, wo das Hauptproblem der Zürcher derzeit liegt. (Video: 20 Minuten)

Die Europa-League-Kampagne hat kaum begonnen, schon ist sie für den FC Zürich wieder vorbei. Kein Wunder, blieb die Kabinentür der Zürcher nach dem 1:2 im Rückspiel gegen Slovan Liberec lange geschlossen. «Die Mannschaft hat eine riesige Enttäuschung zu verarbeiten. Sie hat viel für diese Qualifikation zur Europa League gearbeitet, aber ich bin mir fast wie im gleichen Film vom Hinspiel vorgekommen: Wir haben es wieder nicht geschafft, die Effizienz auf den Platz zu bringen, die es braucht, um die Tore zu machen», sagt Urs Meier.

Der FCZ-Trainer beschrieb die unheimliche Ruhe, die er nach dem Schlusspfiff in der Kabine wahrgenommen hat. «Ich bedauere meine Mannschaft. Es ist eine riesige Enttäuschung, die es jetzt zu verarbeiten gilt. Es ist schade für den grossen Aufwand, den wir betrieben haben, um uns überhaupt zu qualifizieren. Aber wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen. Wir haben die vielen Chancen, die wir uns erarbeitet haben, einfach nicht gemacht und dem Gegner im Gegenzug die Gelegenheit eröffnet, die nötigen Tore zu erzielen. Deshalb hat es am Ende für uns nicht gereicht.»

Keine Zeit, Wunden zu lecken

Drei Niederlagen vor dem Rückspiel gegen Slovan Liberec, plus das 1:2 am Donnerstag und damit das sehr frühe Ausscheiden aus dem internationalen Wettbewerb - die Zürcher stecken in einem Tief. Aber viel Zeit, die Wunden zu lecken, hat der FCZ nicht. Schon am Sonntag wartet das Kerngeschäft Meisterschaft und das Spiel gegen den Meister Basel im Joggeli. «Die Aufgabe wird nicht einfacher. Der FC Basel ist auch eine grosse Herausforderung und deshalb gilt es, vorwärts zu schauen, die Spieler wieder aufzubauen und so schnell wie möglich wieder zu punkten.»

Die mentale Aufbauarbeit ist dem FCZ-Trainer nicht fremd. Meier erinnert an die letzte Saison. «In so einer ähnlichen Situation waren wir damals auch im Cuphalbfinal, wo wir ganz bitter gegen GC ausgeschieden sind. Das hier ist sicher eine Stufe höher, vor allem weil die Playoffs in der Europa-League-Qualifikation ganz klar unser grosses Ziel waren, aber das gilt es jetzt zu verarbeiten, und zu akzeptieren.»

Nicht den Kopf in den Sand stecken

«Die Saison ist noch sehr jung und deshalb wäre es falsch, jetzt den Kopf hängen zu lassen. Das gehört zu einem Lernprozess, da müssen die Spieler jetzt durch. Niederlagen und Enttäuschungen zu verarbeiten gehört zum Leben eines Fussballprofis. Schlussendlich macht sie das nur stärker. Wichtig ist, dass wir jetzt nicht in Einzelteile zerfallen. Dafür sehe ich aber keinen Grund. Die Aufbauarbeit im mentalen Bereich ist in den nächsten paar Stunden und Tagen die wichtigste Arbeit für uns. Zum Glück geht es schnell weiter und man kann sich auf das nächste Spiel freuen.» Die Mannschaft sei intakt, der Teamgeist auch. «Es gilt positiv zu bleiben und an dem zu arbeiten, wo wir uns verbessern müssen – und das ist eindeutig die Effizienz. Die ist nicht mehr so, wie sie einmal war.»

Das Hauptproblem des FCZ: die Chancenauswertung

«Das ist unser Hauptproblem. Wenn wir 2:0 oder 3:0 führen, sieht die Sache ganz anders aus. Und ich muss es jetzt einfach einmal erwähnen: Wir haben mit Josip (Drmic, Anmerk. d. Red.) den Skorer verloren, bei dem wir gesagt haben, dass wir schauen müssen, wie das nun ohne ihn wird. Und im Moment vermissen wir ihn sehr. Auch wenn wir uns die Chancen trotzdem erarbeiten, fehlt es hinten und vorne an der Effizienz und das macht uns die Aufgabe nicht einfacher. Das ist mit ein Grund, warum wir gegen Liberec ausgeschieden sind.»

Vier Niederlagen in Serie. Nur vier Punkte nach vier Meisterschaftsrunden und am Sonntag wartet der FC Basel. Die Aufgabe für Meier und seinen FCZ wird tatsächlich nicht einfacher.

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