FCL-Präsident Hauser : «Da müssen einige über die Bücher»
Aktualisiert

FCL-Präsident Hauser «Da müssen einige über die Bücher»

Die Depression beim FC Luzern geht weiter: Die Fans verliessen bei der Niederlage gegen GC den Letzigrund vorzeitig – und auch Präsident Mike Hauser scheint mit der Geduld am Ende.

von
Eva Tedesco

FCL-Präsident Mike Hauser nimmt die Spieler in die Pflicht. (Video: 20 Minuten Online)

Die 0:2-Pleite gegen GC war bereits die fünfte Niederlage in Folge. Zu viel für die FCL-Fans. Die Hundertschaft Anhänger, die an einem Donnerstagabend den Weg nach Zürich auf sich genommen hatten, rollten nach 75 Minuten ihre Fahnen wieder ein und verliessen den Letzigrund. Der letzte Schlachtgesang «Wir wollen euch kämpfen sehen» verhallte unerfüllt im Oval.

«Ich bin auch Luzern und es kotzt mich auch an», sagt der neue FCL-Captain Claudio Lustenberger. «Ich verstehe die Fans und verstehe das als positives Zeichen an uns – viel Positives gibt es zwar nicht. Ich hoffe aber, dass wir nun am Boden angekommen sind und es nun nur noch aufwärts geht. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen Lösungen suchen.»

Luzern lässt jede Leidenschaft vermissen

Das 0:1 in Lausanne war schlecht. Noch schlechter war es im Cup gegen Delsberg und gegen GC war der FCL grottenschlecht – sofern es diese Steigerung von schlecht überhaupt gibt. «Das Fussballspielen verlernt man nicht in so kurzer Zeit, wenn man aber das Tschutten schon verlernt hätte, dann könnte man trotzdem Leidenschaft zeigen», kritisiert FCL-Präsident Mike Hauser die Nicht-Leistung der Mannschaft. Und langsam scheint dem Boss der Kragen zu platzen. Bisher nimmt er aber nur die Spieler in die Pflicht.

«Ich habe die Leidenschaft vermisst. Da müssen einige über die Bücher. Die Mannschaft muss Verantwortung übernehmen, denn sie hat diese Situation zu verantworten», so Hauser. Die Situation gehe an keinem spurlos vorbei. Aber, so Hauser weiter: «Ich verlange definitiv, dass sich die Mannschaft zu hundert Prozent zerreisst und jeder Spieler überdenkt, wofür er vom Klub bezahlt wird. Und ich verlange definitiv bessere Spiele.»

Trainer steht (noch) nicht zur Diskussion

Der Effekt des Trainerwechsels von Murat Yakin zu Ryszard Komornicki - das kann man getrost sagen - ist ohne Erfolg verpufft. Sieben Spiele (inklusive Europacup und Schweizer Cup) und fünf Niederlagen stehen unter dem Polen zu Buche. Aber Boss Hauser sagt (noch): «Mit dem Trainer hat das nichts zu tun».

Die Betonung liegt auf «noch». Denn im Fussball kann es ganz schnell gehen. «Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis und das können wir uns nur selber verschaffen», glaubt Ryszard Komornicki. «Wir können uns da nicht auf die Gegner verlassen und auch nicht auf den Weihnachtsmann. Aber ich glaube daran, dass wir aus dem Loch rauskommen», so der FCL-Trainer.

Dem Zuschauer, der sich am Donnerstag den Luzerner Rumpelfussball angetan hat, fehlt der Glaube daran. Zu viel liegt in diesem Team im Argen. Und da lässt sich nicht alles auf die Vorgänger und die mangelnde Physis schieben.

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