Reaktionen: «...da passte mein Tor doch ganz gut»
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Reaktionen«...da passte mein Tor doch ganz gut»

Stimmen aus Kiew: Bale über sein Zaubertor, Kroos zu seinem vierten Titel und Klopp über den grossen Pechvogel Karius.

von
mrm

So spektakulär war der Champions-League-Final.

Verständlich, dass es nach diesem Abend die Sieger waren, welche die Sprache als Erste wiederfanden. Doch selbst Toni Kroos, einer der abgeklärtesten Profis überhaupt, sagte erst einmal: «Das ist wirklich schwer zu glauben.» Der deutsche Nationalspieler hat die Champions League nun bereits zum vierten Mal gewonnen, mit Real hat er all seine Finals siegreich gestaltet, einzig mit den Bayern musste er 2012 im «Finale dahoam» als Verlierer vom Platz. «Bereits einmal die Champions League gewinnen will wohl jeder», sagte Kroos, «aber auch zum vierten Mal ist es noch ein wahnsinniges Gefühl.»

Kroos über Karius: «Es muss unglaublich bitter sein»

Bereits nach Spielschluss nahm die Kritik an Pechvogel Loris Karius mehr und mehr skurrilere Ausmasse an. «Ich weiss gar nicht, ob er noch zurück auf die Insel darf», sagte Peter Knäbel, Fussball-Experte für das Schweizer Fernsehen, nach Spielschluss. Minutenlang lief Karius nach Spielschluss vor der Liverpool-Kurve auf und ab, bat unter Tränen um Entschuldigung. Immerhin die englischen Anhänger bedachten ihn mit wohlwollendem Applaus. «Es muss unglaublich bitter sein für ihn gerade», sagte Kroos über seinen Nationalmannschaftskollegen.

Während Karius als tragischer Held aus diesem mitreissenden Abend hervorging, stand Gareth Bale nach der Partie als Matchwinner da. Nach gut einer Stunde wurde er eingewechselt, knapp drei Minuten später erzielte er mit einer seiner ersten Ballberührungen ein Wahnsinns-Tor. Per Fallrückzieher bezwang er Karius. «Ich wollte einen Unterschied machen, als ich reinkam», sagte Bale später simpel. Zu seinem Kunststück meinte er abgebrüht: «Es gibt keine grössere Bühne im Fussball, da passte das Tor doch ganz gut.» Später legte Bale noch mit einem Distanzschuss nach, entschied die Partie mit dem 3:1, wiederum machte Karius eine höchst unglückliche Figur.

«Es ist sehr enttäuschend, es ist sehr bitter», sagte Liverpools Mittelfeldspieler Jordan Henderson. Nach dem Ausgleich Sadio Manés, postwendend auf die Madrider Führung, wähnte manch einer die Engländer zurück im Spiel. «Wir dachten, jetzt sind wir wieder dran. Aber dann haben wir zu viele Fehler gemacht, da hat es Real leider verdient, zu gewinnen.»

Ronaldo: «...dann sehen wir weiter»

Von einem hatte man an diesem Abend kaum etwas gesehen. Mit Cristiano Ronaldo ist jederzeit zu rechnen, in Kiew aber fand der Superstar nie richtig ins Spiel. Entsprechend ernüchtert gab der ehrgeizige Topscorer im Anschluss Auskunft. «Wir wussten, dass wir besser sind als Liverpool. Wir wussten, was auf uns zukommt, aber wir haben uns dennoch souverän geschlagen.» Der Portugiese besitzt bei Real noch einen Vertrag bis 2021, dennoch kamen zuletzt Gerüchte um einen Abgang auf. «Jetzt geniessen wir mal den Moment. Und dann sehen wir weiter», sagte Ronaldo nur.

Klopp: Das sind Millisekunden

Gefragter Mann auf der Verliererseite war natürlich Jürgen Klopp. Der Deutsche, Baumeister der spektakulären Champions-League-Kampagne von Liverpool, war enttäuscht, aber sichtlich gefasst. Zu den Fehlern seines Keepers sagte er: «Klar sind das zwei bittere Fehler, die braucht kein Mensch. Aber das sind Millisekunden. Es tut mir sehr leid für ihn.»

Klopp erinnerte aber vor allem auch an die überraschend starke Saison seiner Mannschaft, die sich erst über das Playoff gegen Hoffenheim überhaupt für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert hatte. «Wie wir zusammengewachsen sind, ist aussergewöhnlich.»

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