Aktualisiert 11.06.2011 11:52

O Welt der Wunder

Da staunt der Drachentöter

An der E3-Gameshow in Los Angeles konnte 20 Minuten Online das Fantasy-Spiel «Elder Scrolls V: Skyrim» für die PlayStation 3 und Xbox 360 unter die Lupe nehmen. Der erste Eindruck: Hitverdächtig.

von
Jan Graber, Los Angeles

In der Ferne sieht man ihn - von Wolken umfangen, majestätisch und gefährlich: den Throat of the World, der höchste Berg im Fantasy-Spiel «Elder Scrolls V: Skyrim». Er kann bestiegen werden, und genau das möchte man umgehend tun. Genauso wie man als Spieler am liebsten die ganze Landschaft erforschen möchte. Wandern, hinsetzen, staunen.

Keine heile Welt

Drei Jahre lang hat das Bethesda Gamestudio am neusten Rollenspiel aus der «Elder Scrolls»-Reihe gewerkelt und eine komplett neue Engine dafür geschrieben. Das Resultat: eine äusserst lebendige Welt, in der Blätter im Wind wiegen, einem Schmetterlinge um die Ohren flattern, Fische sich im Fluss tummeln und riesige Mammuts über weite Ebenen ziehen, an deren fernem Ende sich zum Beispiel ein Dorf ausmachen lässt.

Fürs Staunen bleibt allerdings nicht viel Zeit, der Held ist auf einer Mission und die idyllische Welt steckt voller Feinde. Um diese aus dem Weg zu schaffen, kann der Spieler auf zahllose magische Sprüche und eine Reihe Waffen zurückgreifen. Den Zugriff auf Schwerter und Zaubersprüche erlaubt eine neue Menüführung im Stil eines Kompasses: Links gehts zu den Ausrüstungsgegenständen, rechts stellt der Gamer seine Favoriten zusammen, unten gibts eine Karte und gegen oben gelangt der Spieler in ein ebenfalls einzigartiges Upgrade-System für Zaubersprüche – alles stylisch und mit viel Liebe zum Detail dargestellt.

Realismus auf die Spitze getrieben

Die Detailliertheit geht bis in die Ausrüstungsgegenstände hinein. Fleisch, das der Held auf sich trägt, wird auf fast fotorealistische Weise dargestellt, ebenso Helme, Ringe und das selber an einem Schleifstein geschärfte Schwert.

Egal ob ein Spieler Holz fällen will oder eine Waffe schmieden: Laut Bethesda bietet das Game die grösstmögliche Freiheit zu tun und lassen, was der Spieler will. Und er hat die Macht: Sabotiert er einen Handwerksbetrieb, nehme dies Einfluss auf die Wirtschaft innerhalb der Gamewelt.

Mit Waffen und Magie gegen Drachen

Natürlich klopft der Held in «Skyrim» nicht nur auf Eisen rum, sondern auch auf den Feinden. Er kann mit zwei Schwertern gleichzeitig kämpfen oder Schild und Schwert tragen, mit Pfeil und Bogen die Feinde ins Nirvana schicken oder Magie und sogenannte Shouts anwenden. Letzere stehen denn auch im Zentrum des Spiels. Shouts bestehen aus drei Wörtern und sind mächtiger als jeder Flammenzauber: Mit einem entsprechenden Shout kann der Held sogar einen veritablen Sturm herbeirufen – auch dieser auf eine Weise inszeniert, dass man am liebsten den Regenschirm aufspannen und zuschauen möchte.

Die Shouts dienen indessen auch dazu, die grössten Feinde zu erledigen – die Drachen, die mit «Skyrim» den Weg zurück in die Gamereihe gefunden haben. Das Kaiserreich Tamriel ist nämlich voll von diesen. Schafft der Spieler es, einen der Feuerteufel zu bodigen, kann er dessen Dragon-Shout erlernen. Zum Ziel des Spiels gehört es zudem, letztlich den Throat of the World zu ersteigen und bei einem Greybeard, einem sogenannten Shoutmaster, den Spruch der Sprüche zu erlernen.

Kurzum: Falls Bethesda seine an der E3 gezeigten Versprechungen einhält, dürfen sich Rollenspiel-Fans auf eine Game freuen, bei dem sie ihre menschliche Haut am liebsten abstreifen und als Avatar in die fantastisch aussehende Welt eintauchen möchten. Oder als Schmetterling.

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