Zukunft des FCZ: «Da will ich hin – gegen wen ist schiisseglich»
Aktualisiert

Zukunft des FCZ«Da will ich hin – gegen wen ist schiisseglich»

Der Meistertitel ist verpasst, jetzt geht der Blick nach vorne: Bleibt Leoni in Zürich? Reist Mehmedi mit der Nati nach England? Und wie übersteht man die happige Champions-League-Qualifikation?

von
Reto Fehr

FCZ-Spieler und Sportchef über die nächste Saison und die Champions-League-Aussichten.

Der Meistertitel ist verpasst, jetzt geht der Blick nach vorne: Bleibt Leoni in Zürich? Reist Mehmedi mit der Nati nach England und wie übersteht man die happige Champions-League-Qualifikation?

Klar, die Enttäuschung war den FCZ-Spielern kurz nach dem Schlusspfiff in der Mixed-Zone ins Gesicht geschrieben. Warum es nicht für den Titel gereicht hat, konnten sie nicht schlüssig sagen. Sportchef Fredy Bickel versuchte es so: «Vielleicht das Derby, da waren wir nicht bereit. Oder die verpassten Chancen gegen Basel. Oder in St. Gallen, da haben wir uns dumm angestellt. Und vielleicht auch die Schiedsrichter», so Bickel und schob gleich nach, «das meine ich nicht bös. Basel hat verdient gewonnen. Aber wir hatten nicht so Glück mit den Entscheiden.» Einig waren sich in einem Punkt trotzdem alle: «Wir hatten eine gute Saison.»

Für alle ist die Spielzeit noch nicht beendet. Zum einen steht die U21-EM in Dänemark für die jungen Spieler noch an, zum anderen trifft die Schweiz am 4. Juni im entscheidenden EM-Qualifikationsspiel im Wembley-Stadion auf England. Da nach den Rücktritten von Alex Frei und Marco Streller eine Stürmerknappheit herrscht, könnte Admir Mehmedi zum Handkuss kommen. «Geplant ist die U21-EM in Dänemark», wehrt er ab. Aber ein Aufgebot für das Spiel gegen die «Three Lions» wäre die Krönung der Saison? «Ich habe noch nichts gehört. Klar, ein Aufgebot wäre schön.» (Video unten) Ottmar Hitzfeld gibt sein Kader am Freitag bekannt.

Leoni: «Ich werde auch nächstes Jahr hier sein»

Auch vereinsintern bastelt man mit Hochdruck an der neuen Mannschaft. Bereits am 16. Juni nimmt der FCZ das Training wieder auf. Wie wird die Mannschaft dann aussehen? «Wir versuchen das Team zusammenzuhalten und wohl einen oder zwei Spieler nachzuziehen. Der eine oder andere wird gehen, das kann man nicht verhindern», so Sportchef Bickel. Mit dem einen oder anderen könnte Goalie Johnny Leoni gemeint sein, der schon im letzten Sommer weg wollte. «Ich habe einen Vertrag bis 2012. Ich werde auch nächstes Jahr hier sein», antwortet dieser allerdings auf entsprechende Fragen. Ob er bei einem guten Angebot aus dem Ausland immer noch so denken wird?

Harter Weg in die Champions League

Nach dem Meisterschaftsstart am 16. Juni gilt es nur zehn Tage später das erste Mal richtig ernst. Dann geht es um rund 25 Millionen Franken: In der 3. Qualifikationsrunde für die Champions League trifft der Vizemeister auf Benfica Lissabon, Dynamo Kiew, Panathinaikos Athen, Twente oder Standard Lüttich. Schaffen die Zürcher diese bereits hohe Hürde, könnte es in den Playoffs noch dicker kommen: Bayern München, Arsenal oder Villarreal heissen die möglichen Gegner. Ein unmögliches Unterfangen? «Die Gegner sind mir im Moment egal. Ich will jetzt nur Ferien machen. Aber wir können alle schlagen. Wir haben auch in Mailand (Anm.: 1:0 gegen Milan) gewonnen», sagt Xavier Margairaz und auch Florian Stahel will sich noch nicht auf die Äste hinauswagen: «Es ist klar, dass es riesige Brocken im ersten oder zweiten Barrage-Spiel gibt. Aber wir können erst mehr sagen, wenn der Gegner bekannt ist. Und denkt Sportchef Bickel schon an die Königsklasse? «Wir fangen bei Null an. Egal, wer der Gegner ist, wir wollen weiterkommen. Die Champions-League-Sterne leuchten, da willst du hin. Im Moment bin ich enttäuscht. Ob Bayern oder wie sie alle heissen, ist mir ‹völlig schiisseglich›.»

Admir Mehmedi über ein mögliches Nati-Aufgebot

Der Weg des FCZ in die Champions League

Der FCZ steigt in der 3. Qualifikationsrunde ein. Dort starten zehn Teams. Fünf davon sind aufgrund des Klubkoeffizienten gesetzt, der FCZ gehört nicht dazu:

Gesetzt

Benfica Lissabon (Koeffizient: 81,319)

Dynamo Kiew (60,776)

Panathinaikos (57,833)

Twente (41,025)

Standard Lüttich (32,400)

Nicht gesetzt

Rubin Kazan (31,941)

Zürich (18,980)

Odense BK (18,610)

Trabzonspor (12,010)

FC Timisoara (10,664)

Playoffs

Die fünf Sieger der 3. Qualifikationsrunde machen mit diesen fünf Teams die Gruppenphasen-Teilnehmer aus. Kursiv: Der Vertreter aus Frankreich ist noch nicht bekannt:

Bayern München (118,887)

Arsenal (108,157)

Lyon (92,735)

FC Villarreal (75,408)

Paris St-Germain (51,735)

Udinese (27,110)

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