Verheerender Grossbrand – Dach von Südafrikas Parlament steht erneut in Flammen
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Verheerender GrossbrandDach von Südafrikas Parlament steht erneut in Flammen

Nach dem Brand im südafrikanischen Parlamentsgebäude am Sonntag schien das Feuer unter Kontrolle zu sein. Am Montag hat das Dach jedoch erneut Feuer gefangen.

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Das am Vortag ausgebrochene Feuer flammte am Montagnachmittag wieder auf. 

Das am Vortag ausgebrochene Feuer flammte am Montagnachmittag wieder auf.

Twitter/MolotoMothapo
Der Grossbrand hat grosse Teile des südafrikanischen Parlamentsgebäudes zerstört.

Der Grossbrand hat grosse Teile des südafrikanischen Parlamentsgebäudes zerstört.

AFP
Im Zusammenhang mit dem verheerenden Feuer wurde ein Mann wegen möglicher Brandstiftung festgenommen.

Im Zusammenhang mit dem verheerenden Feuer wurde ein Mann wegen möglicher Brandstiftung festgenommen.

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Darum gehts

  • Am Sonntagmorgen hat ein Grossbrand grosse Teile des Parlamentsgebäudes von Südafrika zerstört.

  • Nachdem gemeldet wurde, dass das Feuer gelöscht sei, brach dieses am Montag erneut aus.

  • Die Ermittlungen zum Brand kreisen sich um Brandstiftung und auch um Wartungsmängel.

Im südafrikanischen Parlament ist am Montagnachmittag ein Feuer wieder aufgelodert, das am Sonntag schwere Schäden angerichtet hatte. Mehr als 30 Feuerwehrleute seien im Einsatz, um Flammen auf dem Dach des Hauptgebäudes zu bekämpfen, teilte der Kapstadter Feuerwehrsprecher Jermaine Carelse dem Nachrichtenportal «News 24» mit.

Vor dem Wiederaufflammen hatte es geheissen, das am Sonntagmorgen ausgebrochene Grossfeuer sei eingedämmt worden und die Schadensermittlung sei aufgenommen worden. Der für die Sicherheit zuständige Bürgermeister Kapstadts, JP Smith, teilte mit, der Grossbrand habe den Sitzungssaal vollständig zerstört. Auch Teile des Dachs seien eingestürzt. «Der gesamte Parlamentskomplex ist schwer beschädigt, durchnässt und verraucht», sagte Smith. Noch am Montagvormittag waren Feuerwehrleute im Einsatz, teilte Carelse mit.

Andere Gebäude der Anlage wurden ebenfalls durch das Feuer beschädigt, das sich von einem alten Parlamentsgebäude, in dem jetzt Büros untergebracht sind, bis zum Sitz der Nationalversammlung ausbreitete.

Festgenommener Mann muss vor Gericht erscheinen

Ein am Sonntag festgenommener Mann wurde im Zusammenhang mit dem Brand verhört, wie die Polizei mitteilte. Er soll am Dienstag vor Gericht erscheinen und voraussichtlich wegen Einbruch, Diebstahl und Brandstiftung angeklagt werden. Herangezogen wurde auch der National Key Points Act, ein Sicherheitsgesetz, das den Zugang zu Orten von nationaler Bedeutung und Regierungsgebäuden regelt. Der Mann musste nach Medienberichten am Sonntag aus dem Feuer gerettet werden. Details zu den Anschuldigungen gegen ihn sind nicht bekannt. Das Parlament war über die Feiertage geschlossen, es wurden keine Verletzten gemeldet.

Die Ministerin für öffentliche Infrastruktur, Patricia de Lille, erklärte am Sonntag, ein geschlossenes Ventil habe dazu geführt, dass eine Sprinkleranlage nicht funktioniert habe. Eine Spezialeinheit der Polizei habe Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Kapstadts Sicherheitsbeauftragter Jean-Pierre Smith gab jedoch bereits erste Hinweise auf schwere Sicherheitsmängel. So habe sich das Elektrizitätssystem nicht wie geplant automatisch ausgeschaltet und die Belüftungsanlagen weiter laufen lassen. Die Flammen hätten sich so schnell ausgebreitet. Zudem sei der automatische Feueralarm erst mit grosser Verspätung ausgelöst worden.

Brand löst Debatte um Parlamentssitz aus

Das verheerende Feuer hat nun in Südafrika eine Debatte entfacht, die bisher vor allem in den sozialen Medien ausgetragen wird: Dabei geht es um einen Umzug des Parlaments in die rund 1400 Kilometer entfernte Hauptstadt Pretoria, wo sich auch schon der Regierungssitz befindet.

Denn grosse Teile des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes gelten nun als einsturzgefährdet, ein Wiederaufbau könnte nach ersten Schätzungen dreistellige Millionenbeträge verschlingen. Zudem haben Wasser und Rauch viele der Kunstwerke in dem Gebäude zerstört oder beschädigt.

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(DPA/AFP/job)

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