Dämonenaustreibung mit Kindern: Nun wird ermittelt
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Dämonenaustreibung mit Kindern: Nun wird ermittelt

Christliche Fundamentalisten um die «Liberty-School für Heilung und Befreiung» praktizieren regelmässig Exorzismus. Mindestens einmal war auch ein Kind involviert. Die Polizei ermittelt.

Szene aus der «Rundschau» von letzter Woche: Ein amerikanischer Exorzist versucht irgendwo in der Ostschweiz, einer älteren Frau mit Beschwörungen einen angeblichen Dämon auszutreiben. Dann packt er ein etwa 10-jähriges Mädchen an der Hand, zieht es zur alten Frau und hält seine Hand an deren Stirn. Entsetzt stöhnend weicht diese zurück.

Andreas Häberli, «Koordinator» der School of Liberty, war dabei. Er meint, der Exorzist habe damit zeigen wollen, dass das unschuldige Kind stärker sei als der Dämon. Häberli findet daran nichts Problematisches – seine eigenen Kinder seien auch im Raum gewesen.

Georg Otto Schmid sieht darin hingegen ein Problem: «Kinder tendieren ohnehin zum Glauben an böse Geister. Wenn dann noch solche Szenen dazu kommen, kann das sehr belastend für sie sein.» Monika Egli-Alge vom Forensischen Institut Ostschweiz befürchtet eine Traumatisierung der Kinder und bezeichnet die Instrumentalisierung des Mädchens für die Austreibung als klaren Missbrauch.

Wer die seelische Entwicklung eines Kindes gefährdet, macht sich strafbar. Auf Anfrage von 20 Minuten hat darum Arnaldo Homberger, Bezirksstatthalter von Arbon, Ermittlungen angekündigt: «Wir gehen der Sache nach.»

(loo/ann)

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