Aktualisiert 21.01.2005 15:58

Dänische Folterer angeklagt

Fünf dänische Soldaten sind wegen der Misshandlung irakischer Gefangener angeklagt worden.

Den Soldaten, darunter eine Frau, drohen Haftstrafen von bis zu einem Jahr, teilte das dänische Militär am Freitag mit.

Ihnen wird vorgeworfen, im südirakischen Basra bei der Befragung von Gefangenen gegen die Militärvorschriften verstossen zu haben.

Die angeklagte Nachrichtenoffizierin Annemette Hommel soll den Häftlingen Nahrung sowie den Zugang zu Toiletten verweigert haben. Auch soll sie die Gefangenen gezwungen haben, in schmerzhaften Positionen zu verharren.

Hommel musste ihren Dienst im Irak bereits im Juli beenden, nachdem es Beschwerden anderer Soldaten über ihre Befragungsmethoden gegeben hatte. Hommel hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Den ehemaligen Befehlshaber der dänischen Truppen im Irak haben die Untersuchungen nach Informationen der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau entlastet. Gegen ihn soll demnach keine Anklage erhoben werden.

Die Untersuchung der Vorfälle hatte in Dänemark eine Schockwelle ausgelöst. Das Land unterstützt den US-geführten Einsatz im Irak und hat rund 500 Soldaten in der Nähe der südlichen Stadt Basra stationiert.

Im vergangenen Jahr hatte die Veröffentlichung von Fotos, auf denen US-Soldaten im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib Gefangene folterten, einen Skandal ausgelöst. Gegen drei britische Soldaten läuft zur Zeit ein Militärprozess wegen des Vorwurfs der Misshandlung irakischer Gefangener.

(sda)

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