Aktualisiert 30.10.2016 03:46

GC-Keeper Vasic«Dafür gewinnen wir jetzt auswärts»

Unfassbar schwache 1. Halbzeit. Der Fan-Sektor hüllt sich in Schweigen. Und das Ende einer Serie. Das war GC am Samstag Zuhause gegen den FCB.

von
E. Tedesco

GC-Goalie Vaso Vasic und Verteidiger Cédric Zesiger nach der ersten Heimpleite der Saison. (Video: 20 Minuten)

Es ist nur schwer zu glauben, dass GC bisher in seinen Heimspielen ungeschlagen war, so schlecht war die erste Halbzeit am Samstag gegen den FCB. Nach 22 Minuten lag Rotblau deshalb folgerichtig 2:0 in Führung. Unfassbar allerdings, wie wenig der Leader in der ersten Stunde des Spiels gefordert war. Eine Trainingseinheit im Luxuskader ist intensiver, als es die ersten 45 Minuten im Pflichtspiel gegen GC waren.

Der FCB beendete geradezu mühelos im Spargang die Heimserie der Hoppers. Die Zürcher hatten zuvor aus fünf Heimspielen 15 Punkte geholt. «Es war ein mehr oder weniger ungefährdeter 2:0-Sieg», sagte auch FCB-Mittelfeldspieler Davide Callà. Selbst das Toreschiessen wurde dem Serienmeister dank Geschenken leichtgemacht.

Routinier Källström ausser Form

Beim 1:0 der Bebbi spielte ausgerechnet GC-Routinier Kim Källström einen schlampigen Pass auf Cédric Zesiger, so dass der 18-Jährige gar nicht anders konnte, als den Ball an Doumbia zu verlieren, der den Pass abfing. Vor dem Penalty zum 2:0 riss Numa Lavanchy Basels Adama Traoré im Strafraum um, nachdem er schon beim Steilpass auf den Basler einen Stellungsfehler beging.

«Ich habe zu viel Risiko genommen. Ich hätte den Ball einfach wegschlagen sollen, dann gibt es dieses Tor nicht», sagte Cédric Zesiger nach dem Spiel. So viel Selbstkritik ist lobenswert, aber unnötig, denn ein Mann mit der Erfahrung eines Kim Källström dürfte seinen jungen Mitspieler erst gar nicht so in Not bringen. Zesiger: «Die Tore sind Geschenke von uns und um punkten zu können, müssen wir in Zukunft solche Fehler unbedingt vermeiden. Denn in der zweiten Halbzeit haben wir einen gutes Spiel gemacht.»

Stimmungsboykott in der GC-Kurve

Die Gegentreffer fielen just, nachdem die GC-Fans ihren Stimmungsboykott beendet hatten. Die GC-Kurve machte ihren Unmut über die schlechten Resultate kund. Schweigend sahen sie dem Treiben oder vielmehr der Nicht-Leistung ihrer Mannschaft in der Startviertelstunde zu, wechselten dabei die Spruchbänder laufend, auf dem sie ihre Forderungen deutlich machten.

«Wir haben zuletzt drei ganz, ganz schlechte Spiele abgeliefert. Das wissen alle und wir Spieler am besten», sagt Mergim Brahimi, «aus dem Sch... - deutsch und deutlich gesagt - müssen wir rauskommen. Die zweite Halbzeit war ein gutes Zeichen.»

GC verliert gegen Basel sein 1. Heimspiel

Die Serie ist zu Ende. GC verliert Zuhause gegen den FCB 0:2. Mergim Brahimi nach der ersten Heimniederlage der Saison. (29.10.2016)

Mergim Brahimi nach der 0:2-Niderlage gegen Basel. (Video: 20 Minuten)

Tami nach der 2. Halbzeit versöhnt

Brahimi spricht von rund 30 Minuten, in denen der Meister das Spiel aus der Hand gab und GC durch Runar Sigurjonsson (67.) und Ridge Munsy (73.) endlich zu Chancen kam. Es war zumindest im Ansatz so etwas wie ein spätes Aufbäumen der Zürcher. Diese halbe Stunde versöhnte auch Pierluigi Tami. «Mit dem Resultat bin ich nicht zufrieden, aber nicht unzufrieden mit der Leistung», so der GC-Trainer. «Wir haben in der zweiten Halbzeit versucht, konstruktiver zu spielen und das Spielerische zu verbessern.»

Dass die Heimserie gegen den ungeschlagenen Leader nicht bestehen bleibt, war ziemlich klar. Aber Punkte gegen Basel – so sagte es zumindest Verwaltungsrat Georges Perego – sind für GC in der aktuellen Form nicht zwingend. Ist das so, Vaso Vasic? «Das würde ich nicht so sagen, denn wir wollen in jedem Spiel punkten und wollten auch gegen Basel gewinnen», sagt der GC-Keeper. Zur gerissenen Heimserie sagt er nur: «Dafür gewinnen wir jetzt auswärts.» Das wäre dann am Sonntag in Vaduz.

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