Aktualisiert 25.09.2014 14:31

Ice Bucket Challenge 2.0

Dafür lässt Bastien Girod die Muskeln spielen

In einem Youtube-Video ackert sich Nationalrat Bastien Girod an der Klimmzug-Stange ab. Dahinter steckt ein edles Motiv.

von
J. Büchi

In blauen Sporthosen und Poloshirt beim Workout an der Klimmzug-Stange: So präsentiert sich der grüne Nationalrat Bastien Girod in einem Video, das er am Dienstag auf Youtube gestellt hat. Mit dem Clip will der Politiker nicht seinen guten Fitnesszustand unter Beweis stellen - es geht ihm dabei um «eine ganz ernste Sache», wie er den Zuschauern im Video gleich persönlich erklärt. «Wir wollen tausend Kindern aus Benin helfen.»

Für sie will Girod 900 Franken an Spendengeldern sammeln. Wenn er das schaffe, werde er versuchen, seine persönliche Bestmarke von 30 Klimmzügen zu knacken - vor laufender Kamera, versteht sich. Hinter der Aktion steckt die Entwicklungsorganisation Helvetas. «Die Ice Bucket Challenge hat gezeigt, dass Spendensammeln auch Spass machen darf», sagt Projektleiter Peter Haberstich. Allgemein würden Social Media bei Spendenkampagnen immer wichtiger - auch Helvetas setze deshalb in der Woche vom 27. September bis 4. Oktober speziell auf Crowdfunding. Oder «Fun-Raising», wie die Organisation das Projekt nennt.

Das T-Shirt bleibt dran

Ziel: Nach Girods Vorbild sollen auch Privatpersonen ihre eigene Challenge ins Leben rufen. Wer mitmacht, erhält von Helvetas seine eigene Website, auf der er Freunde und Bekannte zum Spenden aufrufen kann. Die Konditionen legt jeder selber fest. «Ob man bei Erreichen des Sammelziels in den Dorfbrunnen hüpft oder alle Freunde zum Znacht einlädt, ist egal», so Haberstich. Für Uninspirierte gebe es auf der Helvetas-Seite eine Liste mit Ideen. Insgesamt sollen in der «Fun-Raising-Woche» 30'000 Franken zusammenkommen. «Dies ermöglicht tausend Kindern einen lebenslangen Zugang zu sauberem Wasser», so Haberstich.

Für Girod ist es Ehrensache, dass er als gutes Vorbild vorangeht. Er sitze selber im Beirat von Helvetas. «Es ist mir ein grosses Anliegen, den Kindern in Benin ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen.» Die Idee, die Spendenwilligen mit Klimmzügen zu motivieren, sei ursprünglich ein Jux gewesen. «Ich sagte, für einen Sponsorenlauf sei ich nicht geeignet, weil ich nicht gerne jogge. Klimmzüge seien mir lieber.» Helvetas habe ihn daraufhin beim Wort genommen. Wer nun aber hofft, im Lauf der Aktion erneut einen Blick auf Girods berühmtes Sixpack zu erhaschen, wird enttäuscht. «Das T-Shirt bleibt dran», stellt der Grüne klar - selbst wenn sein persönliches Sammelziel überschritten werde. «Dafür mache ich dann vielleicht noch ein paar Klimmzüge mehr.»

Neben Girod haben auch bereits weitere Prominente ihre Teilnahme an der Spendenaktion angekündigt. So will Moderator Patrick Rohr bei Erreichen seines Sammelziels im beninischen Prinzengewand moderieren und Starkoch Ivo Adam verlost unter den Spendern einen Kochkurs.

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