Daimler lässt die Börse jubeln

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Daimler lässt die Börse jubeln

DaimlerChrysler hat mit einer überraschend kräftigen Gewinnsteigerung im dritten Quartal Aktienmärkte und Analysten jubeln lassen.

Der deutsch-amerikanische Autobauer steigerte den Betriebsgewinn im Vergleich zum Vorjahr um satte 38 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Besonders gut schnitt die zuletzt angeschlagene Mercedes Car Group ab, wo demnächst 8.500 Stellen in Deutschland gestrichen werden: Hier schnellte der Gewinn um 43 Prozent nach oben.

Die Kosten für den vor kurzem angekündigten Personalabbau in Höhe von rund 950 Millionen Euro tauchen in den jetzt vorgelegten Zahlen noch nicht auf. Sie werden zum grössten Teil im nächsten Quartal verbucht und erst dann die Bilanz trüben.

Der Konzernumsatz legte um 9,0 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro zu. DaimlerChrysler bekräftigte seine Prognose für das laufende Jahr. Ohne die Kosten für die Sanierung der Kleinwagenmarke Smart erwartet die Konzernführung einen leichten Anstieg des operativen Gewinns im Vergleich zum Vorjahr (5,8 Milliarden Euro).

Das Konzernergebnis sank auf 755 Millionen Euro (Vorjahr: 951 Millionen Euro), da mehr Steuern bezahlt werden mussten und im Vorjahr noch ein Sondergewinn verbucht worden war.

Der konzernweite Absatz stieg gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres weltweit um 9 Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge. Zu den guten Verkaufszahlen trugen sowohl die Mercedes Car Group, zu der auch die Marken Smart und Maybach gehören, mit einem Plus von 6 Prozent bei als auch die US-Sparte Chrysler (plus 12 Prozent) und das Nutzfahrzeuggeschäft (plus 9 Prozent) bei.

Die Marke Mercedes-Benz steigerte ihren Absatz um 10 Prozent. Besonders deutlich legte die A-Klasse zu (plus 125 Prozent). Dagegen gab es einen Einbruch bei der defizitären Kleinwagenmarke Smart. Dort fielen die Verkaufszahlen von 36.5000 auf 28.000 Fahrzeuge.

Der Betriebsgewinn bei der Mercedes Car Group stieg von 304 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 436 Millionen Euro. Als Grund für die Ergebnisverbesserung nannte die Konzernführung die neuen Modelle und die eingeleiteten Effizienzsteigerungsmassnahmen.

Aktie hochgestuft

An der Frankfurter Börse legte die Daimler-Aktie bis zu 2,6 Prozent zu. Nach Gewinnmitnahmen lag sie kurz vor Börsenschluss noch mit gut 1,7 Prozent im Plus.

Branchenexperten deutscher und ausländischer Finanzinstitute zeigten sich übereinstimmend positiv überrascht von den vorgelegten Zahlen. Die Zwischenbilanz zeige, dass die Kostensenkungsmassnahmen griffen und die neuen Modelle beim Kunden ankämen, erklärte das Investmenthaus Morgan Stanley. Der Konzern sei für weitere positive Überraschungen gut, erklärte das Bankhaus Sal. Oppenheim. Die WestLB stufte die Aktie hoch. Die HVB verwies auf den deutlichen Unterschied zwischen DaimlerChrysler und den US-Kontrahenten General Motors und Ford, die in den vergangenen Tagen riesige Verluste meldeten.

Finanzvorstand Bodo Uebber kündigte am Mittwochnachmittag in einer Telefonkonferenz an, der Konzern wolle bei Chrysler die Gesundheitskosten senken. Es werde eine Vereinbarung wie bei GM angestrebt. Positiv äusserte er sich zur Lage bei Smart. Die Sanierung dort mache gute Fortschritte, die Kosten seien weiter reduziert worden. (dapd)

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