Dalai Lama: «Kultureller Völkermord» an Tibet
Aktualisiert

Dalai Lama: «Kultureller Völkermord» an Tibet

Der Dalai Lama hat die chinesische Besiedelungspolitik in Tibet scharf kritisiert. Die Tibeter seien inzwischen «zu einer Minderheit im eigenen Land geworden», sagte er dem französischen Wochenmagazin «Nouvel Observateur».

Die Besiedelungspolitik in dem 1950 von China eroberten Gebiet gleiche einer «demografischen Aggression» und einem «kulturellen Völkermord», sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter. In der Hauptstadt Lhasa gebe es «heute 100 000 Tibeter und mehr als 200 000 Chinesen».

In der chinesischen Gesellschaft seien aber «alle traditionellen Werte zerstört worden. Es gibt keine Moral, es zählt nur das Geld». Der Dalai Lama war 1959 nach einem gescheiterten Aufstand gegen die chinesischen Herrscher in Tibet geflohen und lebt seither im indischen Exil.

Während die Volksrepublik ihm vorwirft, er setze sich für eine Abspaltung Tibets ein, sagt er selbst, er wolle lediglich mehr Autonomie und ein Ende der Unterdrückung. 1989 wurde der Dalai Lama mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

(sda)

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