Aktualisiert 18.12.2018 04:08

Abgefahrene Maschine

Damit hat ein Brite mehr als 600'000 Fr ergaunert

Mit einem selbstgebauten Apparat legte ein Brite mehrere hundert Bankkunden herein und erbeute viel Geld. Jetzt hat ihn die Polizei geschnappt.

von
tob
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Bombenattrappe aus einem alten B-Movie? Nein, ein Apparat, der für eine ausgeklügelte Betrugsmasche genutzt wurde.

Bombenattrappe aus einem alten B-Movie? Nein, ein Apparat, der für eine ausgeklügelte Betrugsmasche genutzt wurde.

Metropolitan Police
Mit der Maschine trickste der Hochstapler erst Bankkunden aus, rief dann bei der Bank an und gab sich als Kunde aus. Sein Apparat verstellte dabei die Stimme so, dass sie zu Alter und Geschlecht der Opfer passten.

Mit der Maschine trickste der Hochstapler erst Bankkunden aus, rief dann bei der Bank an und gab sich als Kunde aus. Sein Apparat verstellte dabei die Stimme so, dass sie zu Alter und Geschlecht der Opfer passten.

Mit der Betrugsmasche ergaunerte er 500'000 britische Pfund,was umgerechnet rund 630'000 Franken entspricht.

Mit der Betrugsmasche ergaunerte er 500'000 britische Pfund,was umgerechnet rund 630'000 Franken entspricht.

Norasit Kaewsai

Die abenteuerliche Maschine könnte problemlos als Bombenattrappe aus einem alten B-Movie durchgehen. Sie ist die Erfindung eines 53-jährigen Briten, der so nach Belieben seine Stimme verstellen konnte. Damit zog er eine ausgeklügelte und anfänglich auch äusserst erfolgreiche Betrugsmasche durch, wie die Newsplattform Theregister.co.uk schreibt.

Der Gauner rief zuerst seine Opfer an und gab sich als deren Bank aus. Dann rief er bei der echten Bank an und gab sich als Kunde aus. Seine Stimme passte er mit der Maschine dem Geschlecht und Alter der Bankkunden an.

Halbe Million Pfund erbeutet

Mit seiner halbautomatischen Social-Engineering-Maschine konnte der Hochstapler Hunderte Bankkunden übers Ohr hauen. Insgesamt erbeutete er 500'000 britische Pfund, was umgerechnet rund 630'000 Franken entspricht. Im Juni war dann Schluss: Die Londoner Metropolitan Police verhaftete den Mann.

Bei der Hausdurchsuchung fanden die Polizisten neben der Maschine eine Festplatte mit Scans von Pässen und IDs sowie eine Liste mit Namen und Anschrift und 32 Kreditkarten. Der Mann war schon zuvor der Polizei bekannt. Er war nämlich erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden.

23'000 Pfund pro Tag

Dort sass er, weil er als Anführer einer Diebesbande 2014 ein Hacking-Gerät in einer Bank platziert hatte. Damit gelang es den Kriminellen, Konten leer zu räumen. Dabei wurden mehr als 1,5 Millionen Pfund erbeutet. Der «Daily Telegraph» beschreibt den 53-jährigen als Computergenie.

Vor seiner kriminellen Karriere war er Profi-Glücksspieler. Dabei soll er pro Tag bis zu 23'000 Pfund verdient haben, bevor er in britischen Casinos Hausverbot erhielt. Ende der 1980er-Jahre organisierte er zudem diverse illegale Raves und war als «King of Acid House» bekannt, wie der «Guardian» schreibt.

Für den aktuellen Betrugsfall wurde der 53-Jährige jetzt zu einer Gefängnisstrafe von 20 Monaten verurteilt.

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