15.06.2019 18:55

Komische Geschenke

«Damit wollten sie die Vegetarierin bekehren»

Richtig schenken ist richtig schwierig. Imagecoach Isabelle Altorfer-Herzig, spezialisiert auf Auftrittskompetenz, beantwortet die wichtigsten Fragen.

von
mat
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Imagecoach Isabelle Altorfer-Herzig, spezialisiert auf Auftrittskompetenz, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Schenken.

Imagecoach Isabelle Altorfer-Herzig, spezialisiert auf Auftrittskompetenz, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Schenken.

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In den USA gehen immer mehr Eltern dazu über, für ihre Sprösslinge so genannte «Fiver»-Geburtstagspartys zu organisieren.

In den USA gehen immer mehr Eltern dazu über, für ihre Sprösslinge so genannte «Fiver»-Geburtstagspartys zu organisieren.

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Hier sind Geschenke tabu, jedes eingeladene Kind bringt stattdessen einfach eine Fünf-Dollar-Note mit.

Hier sind Geschenke tabu, jedes eingeladene Kind bringt stattdessen einfach eine Fünf-Dollar-Note mit.

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In den USA gibt es den Trend, dass sich Kinder an Geburtstagspartys eine Fünf-Dollar-Note schenken. Was ist davon zu halten?

Das Kind freut sich sicher am meisten darüber und kann damit etwas Sinnvolles kaufen. Der Zauber vom Persönlichen geht mit Geldgeschenken jedoch verloren.

Wann darf man Geld schenken?

Im privaten Rahmen. Es ist zwar nicht besonders fantasievoll, aber Geld kann man auch spenden, wenn man zu viel davon bekommt.

Was ist der grösse Fauxpas beim Schenken?

Der grösste Fauxpas ist, mit leeren Händen zu erscheinen. Was man auch vermeiden sollte, ist ein Buch samt Plastikfolie in Geschenkpapier einzupacken oder bei grösseren Festen das Geschenk ohne Karte auf den Gabentisch zu stellen. So weiss niemand mehr, von wem das Geschenk war.

Wie fährt man immer richtig?

Überlegen Sie sich, was zur Person passt, nicht was Ihnen gefällt. Versuchen Sie, den Geschmack der beschenkten Person zu treffen. Notieren Sie sich Wünsche, die sie beiläufig aufschnappen, im Smartphone – das ist Gold wert.

Auf welches Budget schaut man beim Schenken: das eigene oder das des Beschenkten?

Man muss kein Geschenk im Gegenwert des Aufwandes überreichen. Das Geschenk sollte zum Anlass und zur Person passen. Wer ein kleines Budget hat, muss sich nicht in Unkosten stürzen. Das Geschenk sollte von Herzen kommen.

Darf man Geschenke zurückgeben, umtauschen oder weiterschenken?

Grundsätzlich darf man mit dem Geschenk machen, was man will, aber auf keinen Fall zurückgeben. Ausser man will die Freundschaft beenden.

Wie soll ich als Beschenkter reagieren, wenn mir ein Geschenk nicht gefällt?

Bedanken Sie sich und zucken Sie nicht mit der Wimper. Sie müssen aber auch keine Lobesrede darüber halten.

Pralinen, Blumen, Krawatten, Socken, Bücher – einfallslos oder verlässlich?

Blumen gehen immer, ausser Lilien, die duften zu stark. Pralinen könnte die beschenkte Person notfalls auch zum Backen verwenden. Krawatten und Socken sollten man nur in äusserster Planlosigkeit schenken oder als Grossmutter dem Enkel. Bücher sind okay.

Unsere Leser haben uns ihre kuriosesten Geschenke mitgeteilt. Können Sie diese kurz kommentieren? Eine Frau bekam von ihrem Mann ein Gesundheitslexikon, das sie bereits besass.

Das ist ein typisches Beispiel von Unachtsamkeit. Immerhin wusste er, dass seine Frau an Gesundheit interessiert ist.

Eine Vegetarierin bekam von Verwandten einen Fleischkorb.

Das sieht nach einem Bekehrungsversuch aus. «Tischlein deck dich» hat den Korb sicher gern entgegengenommen.

Zu ihrem 21. Geburtstag bekam eine Leserin eine Frauenbibel, damit sie «zu einer richtigen Frau» werde.

Schon wieder ein Bekehrungsversuch.

Ein junger Mann bekam einen Suppenlöffel und eine Packung Tempo-Nastücher.

Lieber so was als nicht ... Taschentücher braucht man immer und einen Suppenlöffel finde ich wirklich lustig. Ich rate dem Beschenkten, ein Smiley darauf zu malen und ihn in einen Blumentopf zu stecken.

Eine Leserin bekam von ihrer besten Freundin einen beigen Plastiktopf mit beigen Tulpen. Sie fand das Geschenk so hässlich, dass ihr die Worte fehlten.

Die Freundin hatte diese Ton-in-Ton Kombination wohl besonders elegant empfunden. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Zum 18. Geburtstag bekam eine Frau von ihrer Gotte eine Barbie-Puppe.

Wahrscheinlich ist die gute Gotte dafür noch weit gefahren. Weiterschenken macht Freude ...

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