Mordfall Lucie: Dani H. soll lebenslang verwahrt werden
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Mordfall LucieDani H. soll lebenslang verwahrt werden

Der 28-jährige Dani H. soll wegen Mordes an Lucie T. eine lebenslängliche Freiheitsstrafe kassieren und nach deren Verbüssung bis ans Lebensende verwahrt werden. Das fordert die Staatsanwaltschaft.

von
jam

Setzt sich die Staatsanwaltschaft Baden AG mit ihrem Strafantrag durch, hätte Dani H., der geständige Täter im Mordfall Lucie, was er immer wollte: Er hätte das Gefängnis zu seinem Zuause gemacht. Der 28-jährige Schweizer hat nach eigenen Aussagen das Au-Pair-Mädchen ermordet, weil er wieder hinter Gitter wollte. Das habe er bei sämtlichen Einvernahmen den Strafverfolgungsbehörden angegeben. Sexuelle Motive bestritt er dagegen entschieden. Damit bestätigte der Schweizer seine bereits nach der Verhaftung gegenüber der Polizei gemachten Aussagen.

Jetzt fordert der Staatsanwalt eine lebenslängliche Freiheitsstrafe wegen Mordes mit anschliessender Verwahrung bis ans Lebensende für den 28-jährigen Schweizer. «Wir stüzten uns dabei im Wesentlichen auf die zwei rund 100-seitigen psychiatrischen Gutachten», sagt Staatsanwalt Dominik Aufdenblatten zu 20 Minuten Online. Den Angeklagten habe er nur einmal bei der Schlusseinvernahme getroffen. Dort habe sich Dani H. sehr ruhig und zurückhaltend verhalten. Zum geforderten Strafmass sagt der Staatsanwalt: «Es ist die Maximalstrafe, mehr kann man nicht verlangen.» Wann der Prozess vor Bezirksgericht Baden stattfindet, ist zunächst offen.

Der Angeklagte befindet sich seit seiner Verhaftung im März 2009 im vorzeitigen Strafvollzug. Der wegen eines Gewaltdelikts Vorbestrafte ist gemäss Staatsanwaltschaft grundsätzlich geständig.

Mädchen in Wohnung gelockt

Unter Anwendung massiver Gewalt hatte er das Au-pair-Mädchen Lucie am 4. März 2009 in seiner Zweizimmerwohnung in Rieden bei Baden erschlagen. Als er merkte, dass das Mädchen noch nicht tot war, fügte er ihm tödliche Stiche mit einem Messer zu.

Der Angeklagte hatte die 16-Jährige am gleichen Mittwoch in Zürich angesprochen und in seine Wohnung gelockt. Er versprach dem Mädchen, Modellaufnahmen für eine Schmuckpräsentation zu machen.

Am nachfolgenden Sonntagabend entdeckte die Polizei die Leiche der Vermissten in der Wohnung. Einen Tag später stellte sich der Mann der Polizei in Zürich. Nach einem weiteren Tag legte er gegenüber dem Untersuchungsrichter ein Geständnis ab.

Wegen versuchter Tötung vorbestraft

Bereits im Jahre 2004 war er wegen versuchter Tötung von einem Aargauer Bezirksgericht verurteilt und in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen worden. Im August 2008 war er nach vier Jahren unter Auflagen aus dem Massnahmenvollzug entlassen worden.

Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Administrativuntersuchung zeigte «Schwachstellen» im Straf- und Massnahmenvollzug auf. Es habe jedoch keinen Fehler eines einzelnen Mitarbeitenden der Vollzugsbehörde oder der Bewährungshilfe gegeben.

Strafanzeige der Eltern des Opfers

Ein ausserkantonaler Staatsanwalt untersucht derzeit jedoch die Rolle der Behörden. Die Eltern des getöteten Mädchens hatten Anfang 2010 eine Strafanzeige eingereicht.

Sie äusserten den Verdacht, dass Personen des Straf- und Massnahmenvollzugs Dinge getan oder unterlassen hätten, die für den Tod ihrer Tochter mitverantwortlich gewesen seien. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung. (jam/sda)

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