Rücktritt: Daniel Albrecht gibt den Kampf auf
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RücktrittDaniel Albrecht gibt den Kampf auf

Daniel Albrecht hat an einer Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt gegeben. Nach seinem schweren Sturz 2009 konnte er nie mehr an seine früheren Leistungen anknüpfen.

von
dia

Daniel Albrecht gibt auf. Mehr als viereinhalb Jahre nach seinem brutalen Sturz in Kitzbühel erklärt der 30-jährige Walliser an einer Medienkonferenz in Zürich seinen Rücktritt vom Skirennsport.

Es sei die Zeit gekommen, in welcher er sein Skifahrerbild mit anderen Farben bemalen müsste. Aber diese Farben habe er nicht mehr, beschrieb Albrecht sein Entscheid symoblisch.

Daniel Albrecht, der Kombinations-Weltmeister von 2007 und Gewinner von vier Weltcuprennen, war einer der Leader im Schweizer Männer-Team , als seine Karriere am 22. Januar 2009 jäh geknickt wurde. Im Abschlusstraining zur Weltcup-Abfahrt von Kitzbühel geriet Albrecht am Zielsprung in Rücklage. Nach einem rund 70 m langen Flug landete er auf Kopf und Rücken. Mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma wurde er nach Innsbruck geflogen, drei Wochen lag er im künstlichen Koma.

Langer Leidensweg

Mehr als drei Monate verbrachte Albrecht im Spital, mühsam musste er er wieder das Sprechen erlernen und lange war nicht klar, ob er jemals wieder auf die Skipisten würde zurückkehren können. Albrecht aber nahm den Kampf auf. Im Dezember 2010 gab er ein fast sensationelles Comeback, indem er beim Weltcup-Riesenslalom von Beaver Creek auf Anhieb gleich wieder 21. wurde.

Doch schon bald sollte sich zeigen, dass die Rückkehr zurück an die Weltspitze schwerer würde, als sich dies Albrecht erhoffte. Auf eisigen Pisten tat sich der Walliser schwer und in den Startlisten fiel er immer weiter nach hinten. Ein Materialwechsel brachte nicht den gewünschten Schub und als er zu Beginn des letzten Winters im Training zur Weltcup-Abfahrt in Lake Louise stürzte und sich eine Kniescheiben-Luxation zuzog, wurde die Aufgabe fast unlösbar.

Albrecht flog Ende Saison aus allen Kadern von Swiss-Ski, wonach er sich individuell auf den kommenden Winter vorbereiten musste. «Ich fahre so lange weiter, wie ich Spass habe und an eine Rückkehr in den Kreis der Besten glaube», hatte er stets betont. Nun aber hat selbst der zähe und beharrliche Kämpfer genug. Albrecht zog einen Schlussstrich unter seine Aktivitäten als Skirennfahrer. (dia/si)

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