Aktualisiert 07.12.2010 19:49

Nach Comeback

Daniel Albrecht in Val d'Isère nicht am Start

Daniel Albrecht verzichtet auf den Riesenslalom in Val d'Isère. Er wird frühestens in Alta Badia wieder fahren.

Am Sonntag in Beaver Creek gab Daniel Albrecht ein formidables Comeback und belegte 681 Tage nach dem fürchterlichen Sturz in Kitzbühel den nicht für möglich gehaltenen 21. Platz. Nun widersteht der 27-jährige Fiescher der (kleinen) Versuchung, es mit der berüchtigten «Face de Bellevarde» aufzunehmen.

Der Hang, auf dem sein Kumpel Carlo Janka in der Saison 2008/2009 den ersten Weltcupsieg und WM-Gold im Riesenslalom errungen hat, ist einerseits extrem steil. Andererseits lässt das Gelände den Kurssetzern oft keine andere Möglichkeit, als die Torstangen im Mindestabstand in den Schnee respektive das Eis zu schrauben. Die Fahrer finden nicht den nötigen Raum vor, um ihre Kurven im gewohnten Radius zu ziehen.

Insgesamt ist der Riesenslalom in Val d'Isère im Vergleich zu Beaver Creek eine andere Dimension. «Bei solchen Begebenheiten fühlt sich Dani noch nicht so wohl», sagte der Swiss-Ski-Cheftrainer Martin Rufener. Dafür wird Manuel Pleisch ins kalte Wasser geworfen. Der 20-jährige Bündner gibt am Samstag sein Weltcup-Debüt. Pleisch hat sich mit den Rängen 10 und 11 in den ersten beiden Europacup- Riesenslaloms aufgedrängt.

Start war nie geplant

Rufener und Albrecht besprachen die weitere Planung am Montag auf dem Rückflug aus Colorado. Am Dienstag telefonierte Albrecht auch noch mit seinem Gruppentrainer Sepp Brunner. «Ich war mir nicht sicher, ob sich Dani nach dem tollen Auftritt am Sonntag nicht doch anders entscheiden würde», sagte der Österreicher. Ein Start in Val d'Isère war nämlich gar nie geplant. «Dass er daran festhält, ist vernünftig.» Die laufende Saison soll für Albrecht bleiben, was sie ist: ein Aufbauwinter. Fahrer und Betreuer lassen sich vom Traumstart nicht blenden. Albrecht muss auch wieder mit Rückschlägen rechnen - nicht anders als in seiner «ersten Karriere».

Albrecht wird nun einige Tage pausieren. Es ist vorgesehen, dass er nächsten Dienstag wieder auf die Ski steht und die Vorbereitung auf den «Riesen» am 19. Dezember in Alta Badia aufnimmt. «Wenn alles normal läuft, wird Dani dort am Start stehen», sagte Brunner. Auch der Hang in den Dolomiten hat seine Tücken, liegt Albrecht aber wesentlich besser. In Alta Badia feierte er vor zwei Jahren seinen vierten und bisher letzten Weltcupsieg. (si)

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