«Von Cuche hätte das niemand verlangt»: Daniel Albrecht verteidigt Lara Gut-Behrami nach TV-Aussagen
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«Von Cuche hätte das niemand verlangt»Daniel Albrecht verteidigt Lara Gut-Behrami nach TV-Aussagen

Vor laufender TV-Kamera schiesst Lara Gut-Behrami erneut gegen den Weltcup in Crans-Montana. Ex-Ski-Star Daniel Albrecht hat Verständnis für die 30-fache Weltcupsiegerin.

Daniel Albrecht äussert sich in der SRF-Sendung «Skichäller» zum Gut-Behrami-Vorfall.

Video: SRF

Darum gehts

  • Lara Gut-Behrami trat vor laufender Kamera gegen den Weltcup in Crans-Montana nach.

  • Ex-Ski-Star Daniel Albrecht versteht die Kritik.

  • «Auch Accola hat nicht immer das Richtige gesagt», meint Albrecht.

«Dann soll ich mich noch beim Präsidenten entschuldigen gehen? Leck mich am Arsch!» Das hat gesessen. Mit dieser an der WM in Cortina von einer TV-Kamera aufgefangenen Aussage sorgte Lara Gut-Behrami (29) für ein Ski-Erdbeben. Damit kritisierte die Gold-Favoritin im Super-G erneut den Heim-Weltcup in Crans-Montana. Doch jetzt bekommt die Tessinerin prominente Rückendeckung.

«Die Piste in Crans-Montana war schon nicht ganz gut», sagt auch Daniel Albrecht (37) in der SRF-Sendung «Skichäller» über Gut-Behramis Nachtreten gegen die Heimrennen. Zwar würden die Helfer immer einen enormen Aufwand betreiben, eine Piste optimal zu präparieren. «Aber es gibt halt Situationen, in denen das nicht klappt», meint der Kombi-Weltmeister von 2007.

«Nicht sehr sympathisch, aber wahr»

«In so einem Fall kann Lara ja dann nicht sagen, dass alles gut gewesen sei», sagt Albrecht. Auch sieht der Walliser es kritisch, dass man von Lara Gut-Behrami, nach ihren zwei Podestplätzen in Crans-Montana (Zweite in der Abfahrt, Sieg im Super-G), offenbar eine Entschuldigung eingefordert hatte. «Ich weiss nicht, ob man das auch von einem Didier Cuche verlangt hätte», so Albrecht in der SRF-Sendung.

«Leck mich am Arsch» – Hier tritt Lara Gut-Behrami vor einer TV-Kamera gegen Crans-Montana nach.

Video: SRF

Ihm gefalle, dass Lara Gut-Behrami das Herz auf der Zunge trage. «Es ist nicht immer sehr sympathisch, was sie sagt. Aber es ist ja trotzdem wahr.» Als Zuschauer wolle er genau solche Emotionen sehen, die zeigen würden, wie die Athleten wirklich seien. «Auch ein Paul Accola hat nicht immer nur das Richtige gesagt.»

Keine SRF-Kamera

Eingefangen wurden die Aussagen, die Lara Gut-Behrami vor dem abgesagten Super-G vom Dienstag tätigte, übrigens nicht von einer SRF-Kamera. Die Live-Bilder stammten vom italienischen TV-Sender Rai, der für die weltweite Übertragungen der Rennen in Cortina d’Ampezzo verantwortlich ist.

Trotzdem äussert man sich beim SRF zum Vorfall: «Bei Grossevents wie Ski-Weltmeisterschaften geben jeweils klar definierte Zonen vor, wo akkreditierte Kameraleute filmen dürfen. Damit Kameraleute deutlich erkennbar sind, tragen sie während ihrer Einsätze immer eine Überzugsweste», erklärt Karin Nussbaumer, Leiterin Nationale Produktionen Business Unit Sport SRG.

Und wie handhabt SRF das, wenn sie selber einen Worldfeed produzieren? «Natürlich ist ein Blick beispielsweise in den Startbereich für die Zuschauerinnen und Zuschauer immer spannend. Unser Ziel dabei ist, die Sportlerinnen und Sportler nicht in unvorteilhaften Situationen zu zeigen. Unsere Kameraleute halten darum die nötige Distanz und die Regisseure achten auf eine respektvolle Darstellung der Athletinnen und Athleten in Bild und Ton», so Nussbaumer weiter.

Swiss-Ski will sich nicht äussern

Beim Verband will man sich auf Anfrage von 20 Minuten nicht zum Vorfall äussern. «Vonseiten Swiss-Ski gibt es dazu nichts zu sagen. Unsere Athletinnen und Athleten fokussieren sich wie der gesamte Betreuer-Staff auf die anstehenden WM-Rennen in Cortina», antwortet Swiss-Ski nach zweimaliger Nachfrage.

(law)

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