Aktualisiert 19.10.2012 11:21

Fall Lucie«Daniel H. bleibt wohl bis zum Tod im Gefängnis»

Das Obergericht will Daniel H., den Mörder der 16-jährigen Lucie, lebenslang verwahren. Für Strafrechtsexperte Franz Riklin ist klar: Damit sind die Hürden für eine Entlassung extrem hoch.

von
bat

Dani H. wird lebenslänglich verwahrt. Das Obergericht hat heute das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts verschärft und ist dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Der Verteidiger von Lucies Mörder hat bereits angekündigt, dass er das Urteil weiterziehen will. Der Begriff «dauerhaft nicht therapierbar» müsse höchstrichterlich geklärt werden.

Folgt das Bundesgericht dem Obergericht, bleibt dann Daniel H. für immer hinter Gittern? 20 Minuten Online hat bei Strafrechtsprofessor Franz Riklin nachgefragt.

Franz Riklin, Daniel H. wird nun lebenslang verwahrt. Was bedeutet das genau?

Franz Riklin: Dass er wahrscheinlich sein ganzes Leben in einer Institution bleibt.

Bis zu seinem Tod?

Vermutlich ja. Die Hürden für eine Entlassung sind hoch. Hohes Alter und schwere Krankheit könnten Gründe für eine Entlassung sein. Pointiert gesagt: Vielleicht kommt er mit 70 Jahren nach dem zweiten Herzinfarkt frei.

Lucies Gastmutter Mualla vor Prozessbeginn

Dann ist die Schweizer Gesetzgebung hier besonders streng?

Man ist sicher nicht gewillt, Verwahrte zu früh zu entlassen. Schliesslich hat die Bevölkerung eine Nullrisikoauffassung gegenüber solchen Straftätern. Deshalb haben wir auch zurzeit einen regelrechten Überhang von alten Straftätern in den Gefängnissen.

Berufungsprozess im Mordfall Lucie

Franz Riklin ist Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Freiburg.

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