Aktualisiert 12.01.2013 13:56

Sicherer GangDank der eigenen Zähne trittsicher unterwegs

Unsere Zähne helfen dem Gehirn, den Körper im Gleichgewicht zu halten. Deshalb sind Gebissträger wackeliger auf den Beinen als Menschen mit eigenen Zähnen.

von
Claudia Hoffmann
Es lohnt sich, seinen Beisserchen Sorge zu tragen. (Bild: Prisma)

Es lohnt sich, seinen Beisserchen Sorge zu tragen. (Bild: Prisma)

Ältere Menschen sind häufig unsicher beim Gehen. Das kann schwere Stürze zur Folge haben. Wie sich diese verhindern lassen, haben Forschende der Unikliniken für Zahnmedizin und des Unispitals Basel untersucht. Denn: «Gute Zähne können das Gleichgewicht verbessern», sagt Christina Brand. Allerdings war bisher nicht bekannt, ob sie auch zu einem sicheren, stabilen Gang beitragen.

Deshalb verglichen die Forschenden den Gang von über 65-jährigen Personen, die bereits alle Zähne verloren hatten, mit solchen, die noch ihre eigenen Zähne besassen. Dazu liessen sie die Probanden über einen Teppich laufen, der mit mehr als 30'000 Drucksensoren ausgestattet ist. Dabei wurden unter anderem Schrittfolge und Gehgeschwindigkeit aufgezeichnet. Das Ergebnis: Die zahnlosen Probanden liefen langsamer und unregelmässiger als diejenigen mit Zähnen. «Das könnte auf ein höheres Sturzrisiko hindeuten», sagt Brand.

Dass echte Zähne zu einem sicheren Gang beitragen, hat seinen Grund: «Der Mund ist eine Art Gleichgewichtssensor», so die Zahnärztin. So liefern unter anderem Nerven im Kiefer Informationen über die Position des Körpers im Raum. Diese fehlen allerdings, wenn keine Zähne im Kiefer verankert sind.

Abhilfe schaffen könnten in den Kiefer eingesetzte Implantate, die die natürlichen Zähne imitieren. Ob damit zahnlosen Patienten tatsächlich zu einem sichereren Gang verholfen werden kann, wollen die Forschenden nun in einer Folgestudie untersuchen.

Die digitalisierten Fussabdrücke verraten, wie sicher eine

Testperson läuft. (Bild: Basel Mobility Center, Akutgeriatrie, Unispital Basel)

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