Rauchverbot: Dank diesem Mann wird Zürich nicht stinken
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RauchverbotDank diesem Mann wird Zürich nicht stinken

Wegen des Rauchverbots wird es im einen oder anderen Club bald nach Schweiss und Bier riechen. Parfümeur Andreas Wilhem hat ein Mittel dagegen.

von
Felix Burch

Es geht nicht mehr lange bis zum 30. April. Danach ist definitiv Schluss mit Rauchen in Clubs, Bars und Restaurants.

Statt nach Qualm wird es an gewissen Orten im Ausgang dann nach Schweiss, Bier oder Essen riechen. Dagegen kämpft Andreas Wilhelm. Wilhelm ist Parfümeur und er kreiert professionelle Düfte. Zu seiner Kundschaft gehören Firmen, die ihre Corporate Identity durch einen eigenen Raumduft ergänzen oder Private, die sich von Wilhelm ein eigenes Parfüm zusammenstellen lassen.

Das «Abart» setzt auf die künstliche Raumbeduftung

Momentan bekommt Wilhelm jedoch viele Anfragen von Clubbesitzern. Die suchen nach Lösungen, wie sie ihre Lokale ab dem 1. Mai vor Schweiss und anderen unangenehmen Gerüchen schützen können. «Ich profitiere vom Rauchverbot und werde zur Zeit oft kontaktiert - sogar aus Deutschland», sagt Wilhelm gegenüber 20 Minuten Online. Mit dem Zürcher Musikclub «Abart» sei bereits eine Zusammenarbeit entstanden.

Oliver Zemp, Geschäftsführer des «Abart», bestätigt: «Ja, wir setzen auf Wilhelm.» Er kenne das Problem von stinkenden Clubs aus dem Ausland und habe sich deshalb schon früh nach entsprechenden Gegenmitteln erkundigt. Wilhelms Raumbeduftungen sollen schon nächste Woche eingesetzt werden. Im Gegensatz zu anderen Massnahmen wird der Duft dabei durch eine separate Rauchmaschine in den Raum gesprüht. Was für ein Duft dies sein wird, muss nun getestet werden - Wilhelm wird verschiedenes zusammenstellen. «Uns ist wichtig, dass es im Club nicht nach einem billigen Parfüm riecht», sagt Zemp. Leder-, Tabak- und Holzdüfte würden ausprobiert.

Moderne Lüftungen gegen den Schweiss

Im Zürcher Club «x-tra» wird gerade umgebaut. «Wir bekommen eine sehr gute Lüftung, ausserdem arbeiten wir mit Geruchsneutralisatoren», sagt Schimun Krausz vom «x-tra». Durch eine moderne Lüftung sei das Schweiss-Problem gelöst, ist Krausz überzeugt. Andere sind auch dieser Meinung. Was die restlichen Clubs machen, ist zum Teil noch unklar und wird erst später entschieden.

In den Kantonen, wo das Rauchverbot schon früher eingeführt wurde, gibt es bereits erste Erfahrungswerte. So etwa in St. Gallen, wo das «Kugl» beheimatet ist. Geschäftsleiter Daniel Weder fasst zusammen: «Steht man neben einer Person, die nach Schweiss riecht, dann ist das unangenehmer als früher. Riecht jemand nach Parfüm, riecht man das auch intensiver.» Der Rauch habe alles neutralisiert. Er bekomme aber etwa gleich viele Reklamationen wegen dem Schweissgeruch im Club wie solche, die sich vor dem Rauchverbot über die stickige Rauchluft beschwert hätten. Weder glaubt: Die Gäste gewöhnen sich an alles.

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