Aktualisiert 12.02.2015 16:57

Jungunternehmer

Dank diesen Gymi-Schülern ist Ihr Handy nie mehr leer

Schüler aus Gossau SG vertreiben ein Ladegerät für unterwegs, das bei leeren Handyakkus für Abhilfe sorgt. Mit Erfolg: Im Handumdrehen waren die Produkte ausverkauft.

von
jeb
Das «Solargy»-Projektteam mit seinem Akku. Hinten von links nach rechts: Lars Schlumpf (CEO), Jonas Langenegger (IT), Yves Lindegger (Marketing), Antonia Mosberger (Administration ), Dominik Caviezel (CFO), vorne von links Claude Wicki (Messeverantwortlicher und Ramon Manser (Produktionsleiter)

Das «Solargy»-Projektteam mit seinem Akku. Hinten von links nach rechts: Lars Schlumpf (CEO), Jonas Langenegger (IT), Yves Lindegger (Marketing), Antonia Mosberger (Administration ), Dominik Caviezel (CFO), vorne von links Claude Wicki (Messeverantwortlicher und Ramon Manser (Produktionsleiter)

«Gründet ein Unternehmen», lautete die Aufgabe für die Schüler im Wirtschaftsunterricht des Gymnasiums Friedberg aus Gossau im Kanton St. Gallen. Beim Recherchieren auf den Smartphones ging gleich bei drei Schülern das Handy aus – Akku leer. «Da war die Idee geboren», so der 16-jährige Dominik Caviezel, Sprecher des Solargy-Projektes. «Wir suchten nach Möglichkeiten, Handybatterien aufzuladen, wenn gerade keine Steckdose verfügbar ist», so der Jungunternehmer. Denn nicht nur in der Schule, auch im Ausgang, in der Badi oder beim Pendeln stehen viele Nutzer bisweilen plötzlich ohne Saft da.

Deshalb wollten sieben Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren im Rahmen des Projektunterreichts YES (siehe Box) eine günstige und trendige Lösung finden, um leere Akkus zu verhindern.

Ökologischer Strom

Schliesslich wurden die Jungunternehmer fündig: Als Lösung stiessen sie auf einen mobilen Akku, an den man das USB-Ladekabel von Smartphones, Tablets oder Kameras anschliessen und damit die Batterie der Geräte aufladen kann. Den mobilen Akku lädt man zu Hause über die Steckdose auf. Wenn unterwegs die Batterie ausgeht, steckt man das Handy via USB-Kabel an den externen Akku und das Smartphone bekommt wieder frischen Saft. Die mobilen Akkus gibt es für 30 Franken in den Farben türkis, pink, blau und rot.

Doch den Jungunternehmern war diese Lösung noch nicht gut genug. Sie wollten dem ganzen noch einen Mehrwert geben. Deshalb sorgen die Schüler dafür, dass Strom für tausend Akkuladungen nachhaltig produziert wird: Sie speisen pro verkauften Akku die entsprechende Menge Solarstrom ins allgemeine Stromnetz ein. Dieser Strom wird mit den Solarzellen einer Schülerin vom Projektteam in Gossau produziert, wird also ökologisch und lokal hergestellt.

Vor Mittag ausverkauft

Ende Januar präsentierten die Schüler ihr Produkt zusammen mit denjenigen von fünf weiteren Projektteams an Ständen im Einkaufszentrum Arena in St. Gallen. Mit Erfolg: «Bereits vor dem Mittag musste ich nach Hause gehen, um Nachschub zu holen», so Caviezel. Doch auch dieser hielt nicht lange an. «Bereits am Nachmittag waren alle Akkus verkauft. Am Abend und am Folgetag konnten wir nur noch Bestellungen entgegennehmen», so Caviezel stolz. Es sei zwar schade, dass das Team nicht alle Kunden direkt mit einem Akku bedienen konnte, doch immerhin habe man bereits den Break-Even erreicht – das Unternehmen Solargy schreibt also bereits Gewinn. Der Verkauf soll weitergeführt werden, allenfalls auch über die Schulzeit hinaus.

Finale in Berlin

Gewinnen möchten die Jungunternehmer auch gegen die anderen Gruppen. Wenn ihre Akku-Lösung in die Top 25 der teilnehmenden Schulen aus der Schweiz kommt, dürfen sie ihren Akku im Hauptbahnhof Zürich an der nationalen Präsentation vorstellen. Das Siegerteam des Finales darf dann an die europäische Endausscheidung nach Berlin reisen. Dort müssen sich die Projekte den Gewinnern aus 38 Länder stellen.

YES - Young Enterprises Switzerland

Young Enterprise Switzerland (YES) ist ein gemeinnütziger

Verein, der Wirtschaftsbildungsprogramme für Schüler entwickelt mit dem Ziel, Wirtschaft und Schulunterricht zu vernetzen. Im Rahmen des YES-Programmes gründen und betreiben Schüler während eines Schuljahres ein reales Mini-Unternehmen und sammeln erste Erfahrungen als Unternehmer. Unterstützt werden die Jungunternehmer von ehrenamtlichen Beratern aus der Wirtschaft und ihren

Lehrkräften. Schweizweit nehmen 160 Miniunternehmen am Programm teil.

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