Schweizer Frauen-Nati schiesst Kroatien in der WM-Quali ab

Publiziert

Vor den Augen von Murat YakinFünf Tore insgesamt, drei kurz vor Schluss – Nati schiesst Kroatien ab

Nach dem 2:0-Sieg gegen die Rumäninnen traf die Schweizer Frauen-Nati nun auf Kroatien. Die Schweizerinnen gewannen mit 5:0. Das Spiel war lange Zeit eine öde Angelegenheit, bis kurz vor Schluss die Tore im Minutentakt fielen.

von
Anamaria Peyer
Nils Hänggi

Hier trifft Crngorcevic zum 1:0.

SRF

Darum gehts

  • Die Schweiz gewinnt das nächste Spiel in der WM-Qualifikation.

  • Das junge Team von Kroatien hatte keine Chance gegen die Frauen-Nati.

  • Die meisten Tore fielen kurz vor Schluss.

Der 2:0-Sieg der Schweizerinnen gegen Rumänien am Freitagabend stellte den Nati-Trainer Nils Nielsen trotz katastrophaler Chancenverwertung positiv. Nach der Partie sagte er: «Wir hatten einfach viel Pech. Vor der Partie hätte ich aber ein 2:0 unterschrieben.» Für die Partie gegen die Kroatinnen wünschte sich der Coach mehr Tore und Dominanz. Dieses Ziel erreichte die Schweizer Nati. Sie gewann mit 5:0.

Das Spiel begann emotional. Als die kroatische Hymne gespielt wurde, freute sich wohl vor allem die Schweizer Rekordtorschützin Ana-Maria Crngorcevic, welche gegen Rumänien ihre 10’000 Einsatzminuten für die Schweiz bestritt. Denn: Kroatien ist das Land ihrer Eltern, in ihrer Brust schlagen zwei Herzen. Es war ein besonderes Spiel für sie.

Ana-Maria Crnogorcevic und Coumba Sow freuen sich.

Ana-Maria Crnogorcevic und Coumba Sow freuen sich.

Andy Mueller/freshfocus

Crngorcevic mit Führungstreffer

Erbarmen hatte Crngorcevic trotzdem nicht. Die Kroatinnen, welche in drei WM-Quali-Spielen kein einziges Tor geschossen haben, mussten gleich von Anfang an das Spieldiktat den Schweizerinnen übergeben. Und wie könnte es auch anders sein, traf die Schweizer Rekordtorschützin in der achten Minute nach einem Abwehrfehler der Kroatinnen mit einem herrlichen Schuss aus 25 Metern. Es war ihr 65. Treffer im 129. Nati-Spiel! Kurze Zeit später hätte es bereits 2:0 stehen müssen. Crngorcevic flankte nach etwa 15 Minuten von der linken Seite auf den Kopf von Svenja Fölmli. Die Freiburg-Spielerin konnte den Ball aber nicht im Tor unterbringen. Eine absolute Top-Chance!

Fortan hatte die Schweiz viel mehr den Ball, blieb jedoch ohne nennenswerte Chancen. Kurz vor der Pause konnte die Frauen-Nati dann doch noch jubeln. Die Arsenal-Spielerin Noëlle Maritz traf in der 45. Minute zum 2:0. Auf der linken Seite konnte sich Fölmli durchsetzen und spielte den Ball auf Maritz, welche in die linke Ecke traf.

Und Kroatien? Die Kroatinnen kamen erst in der zweiten Halbzeit zur ersten wirklichen Chance. Kurz nach der Pause konnten sie sich auf der linken Seite nach einem Missverständnis von Kiwic und Wälti in den Strafraum der Schweizerinnen durchkämpfen. Der darauffolgende Schuss war aber keine Gefahr für die Schweizer Torhüterin Gaëlle Thalmann. In der Folge flaute die Partie ab. Die Frauen-Nati probierte vieles, kam auch immer wieder zu Chancen. Doch ein Tor wollte nicht fallen.

Ab der 80. Minute ging die Post ab

Bis zur 82. Minute. Dann traf PSG-Star Ramona Bachmann absolut verdient zum 3:0. Rinast schoss kurz vor Schluss gar noch das 4:0. Und dann, als alle Fans schon dachten, die Partie sei bereits vorbei, entschied die Schiedsrichterin auf Penalty für die Schweiz. Die Folge: Bachmann trat an und schoss das 5:0. Was für eine dramatische Schlussphase! Weil nämlich die Italienerinnen Litauen mit 5:0 besiegten, brauchten die Schweizerinnen auch fünf Tore für Platz eins. Was lange nicht so aussah, schaffte die Nati dann kurz vor Schluss doch noch. Und alles vor den Augen von Murat Yakin, Nati-Coach der Männer.

Unter der Maske von Maritz konnte man an der Pressekonferenz ein Lächeln erahnen. Dennoch, ganz zufrieden war sie nicht: «Wir hatten am Anfang unsere Mühe. Die fünf Tore gegen Kroatien sind nicht selbstverständlich.» Nationaltrainer Nils Nielsen war dagegen mit der Leistung seines Teams zufrieden: «Ich habe ihnen nach der ersten Halbzeit gesagt, dass mehr kommen muss.» Auf die Frage, was er mit Yakin gesprochen habe, lachte Nielsen und meinte: «Wir haben viele Dinge beredet. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass Murat kein langweiliges Spiel gesehen hat.»

Weiter gehts für die Schweizer Frauen-Nati am 26. November im Spitzenspiel gegen Italien. Dann will die Frauen-Nati gewinnen – und die Tabellenführung gegen die Italienerinnen verteidigen. Zunächst steht aber noch ein anderes Highlight an. So steht am Donnerstag um 18 Uhr die EM-Gruppenauslosung an.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

11 Kommentare