Wohnbau-Projekte: Dank Ersatz von ganzen Siedlungen wächst Zürich
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Wohnbau-ProjekteDank Ersatz von ganzen Siedlungen wächst Zürich

Mehr Wohnfläche, höhere Häuser: Die Bevölkerung Zürichs ist in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegen – verantwortlich dafür ist vor allem der Abriss und Neubau von Siedlungen.

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Im September 2014 steht in Zürich-Altstetten die neue städtische Wohnsiedlung Rautistrasse kurz vor der Vollendung. Die 104 preisgünstigen Wohnungen werden in Etappen bezogen. Doch zuvor mussten alte Gebäude abgerissen werden.

Im September 2014 steht in Zürich-Altstetten die neue städtische Wohnsiedlung Rautistrasse kurz vor der Vollendung. Die 104 preisgünstigen Wohnungen werden in Etappen bezogen. Doch zuvor mussten alte Gebäude abgerissen werden.

Keystone/AP/Anthony Anex
Der Abriss beginnt: Im November 2010 werden alte Häuser im Quartier Albisrieden abegrissen, um Platz für die Mehrfamilienhäuser der Siedlungsgenossenschaft «Sunnige Hof» zu machen.

Der Abriss beginnt: Im November 2010 werden alte Häuser im Quartier Albisrieden abegrissen, um Platz für die Mehrfamilienhäuser der Siedlungsgenossenschaft «Sunnige Hof» zu machen.

Keystone/AP/Gaetan Bally
Auch in der Gutstrasse rücken im März 2012 die Bagger an, um ein altes Genossenschaftshaus abzubrechen.

Auch in der Gutstrasse rücken im März 2012 die Bagger an, um ein altes Genossenschaftshaus abzubrechen.

Keystone/AP/Gaetan Bally

Bei zwei Dritteln aller Ersatzneubauprojekte in den Jahren 2004 bis 2015 handelte es sich um Wohnersatz: Ältere Wohnbauten wurden abgebrochen und durch neue Wohngebäude ersetzt. Der Ersatz einzelner Wohngebäude auf unternutzten Parzellen verbreitete sich in allen Quartieren, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie von Statistik Stadt Zürich hervorgeht.

Trend zu immer grosszügigeren Wohnungsgrundrissen

Seit 2010 wurden vermehrt ganze Siedlungen ersetzt – vor allem durch Genossenschaften. In den letzten Jahren hätten aber auch private Eigentümerinnen und Eigentümer vermehrt damit begonnen, ganze Siedlungen zu ersetzen, schreibt Statistik Stadt Zürich.

Die Wohnungen sind nach einem Ersatzneubau markant grösser als zuvor. Die Zahl der Wohnungen im Durchschnitt aller Wohnersatzprojekte erhöhte sich in den letzten zehn Jahren um 36 Prozent, die Wohnfläche verdoppelte sich. Die pro Person beanspruchte Wohnfläche erhöhte sich leicht von 37,6 auf 39,8 Quadratmeter.

Die privaten Ersatzneubauten sind gemäss Studie weniger flächeneffizient als gemeinnützige, vor allem wenn die Ersatzbauten als Stockwerkeigentum ausgelegt sind. In den letzten fünf Jahren zeichnet sich auch bei privaten Bauträgern eine Abkehr vom Trend zu immer grosszügigeren Wohnungsgrundrissen ab. Seit 2010 sind Wohnungsgrössen und Quadratmeter pro Person bei Ersatzneubauten privater Bauträger kleiner als zuvor.

Wohnungen auf Industriearealen

Vor allem in Neu-Oerlikon und im Escher-Wyss-Quartier haben sich einst bedeutende Industrie-Areale zu neuen Wohnquartieren entwickelt. In diesen sowie weiteren Entwicklungsgebieten haben laut Studie zumeist private Investoren in den letzten zehn Jahren Platz für 11'000 Personen geschaffen.

Nicht alle Industrie-Areale wurden aber zu reinen Wohnquartieren. An gut erreichbaren Lagen seien auch grosse Wirtschaftsbauten entstanden, zum Beispiel das Einkaufszentrum Sihlcity, der Primetower im Maag-Areal und das gemischte Geschäftsviertel Europaallee.

Gegenwärtig sind noch Tausende von Wohnungen in Planung oder bereits in Realisierung, von der Manegg im Süden über das Zollfreilager im Westen bis nach Leutschenbach im Norden der Stadt. Mittelfristig gehe das Reservoir der Umnutzungsareale allerdings zur Neige, heisst es in der Studie.

Im letzten Jahr sind 1041 Wohnungen abgebrochen worden, so viele wie noch nie in einem Jahr. In diesen Wohnungen hatten vor drei Jahren noch rund 2300 Personen gewohnt. Nach Fertigstellung der Ersatzneubauten werden auf den betreffenden Parzellen voraussichtlich fast 4100 Personen wohnen. (sda)

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