Aktualisiert 02.06.2014 13:12

Gute Nacht!

Dank Hypnose besser schlafen und leben

Tiefschlaf ist erholsam und gesund. Nun zeigen Forscher, dass Hypnose diese so wichtige Schlafphase deutlich verlängern kann.

von
fee
Tiefschlaf fördert das Wohlbefinden, verbessert das Gedächtnis und stärkt die Abwehrkräfte.

Tiefschlaf fördert das Wohlbefinden, verbessert das Gedächtnis und stärkt die Abwehrkräfte.

Mehr Wohlbefinden, bessere Gedächtnisleistung und stärkere Abwehrkräfte — all das geht aufs Konto des Tiefschlafs. Doch diese Phase macht nur 20 Prozent unserer Nachtruhe aus. Grund genug, ihn auszukosten. Forscher der Universitäten Zürich und Freiburg zeigen nun, dass Hypnose die Tiefschlafphasen deutlich verlängern kann.

Es sei zwar schon bekannt gewesen, dass Patienten mit Schlafstörungen erfolgreich mit Hypnotherapie behandelt werden können, heisst es in einer Mitteilung der Uni Zürich. Ob sich ihr Schlaf aber messbar verändert, sei bislang nicht nachgewiesen worden.

Für eine objektive Messung des Schlafs wird die elektrische Aktivität des Gehirns mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) gemessen. Der Tiefschlaf zeichnet sich dabei durch eine sehr gleichmässige und langsame Wellenbewegung der elektrischen Aktivität im Hirn aus.

Keine Nebenwirkungen

Für die Studie liess das Team um Björn Rasch vom Departement für Psychologie der Universität Freiburg 70 junge Frauen im Schlaflabor der Universität Zürich einen 90-minütigen Mittagsschlaf halten. Ein Teil von ihnen hörte vor dem Einschlafen ab Lautsprecher eine Tiefschlafhypnose, die von einer auf Schlaf spezialisierten deutschen Hypnotherapeutin entwickelt worden war.

Es zeigte sich, dass sich mit Hypnose nicht nur die Tiefschlafphase um 80 Prozent verlängerte, sondern auch die Wachliegezeit um ein Drittel verkürzte, berichten die Forscher im Fachjournal «Sleep».

Die Ergebnisse könnten für Patienten mit Schlafproblemen und für ältere Erwachsene bedeutsam sein, da sich die Schlafqualität ohne Medikamente verbessern liesse, erklärten die Forschenden. «Im Gegensatz zu vielen Schlafmedikamenten ist Hypnose frei von Nebenwirkungen», sagte Erstautorin Maren Cordi in der Mitteilung.

Therapie mit Einschränkungen

Eine Einschränkung gibt es jedoch: Die Hypnose funktionierte nur bei gut hypnotisierbaren Frauen — weniger hypnotisierbare Teilnehmerinnen profitierten nicht davon. Die Hypnotisierbarkeit wurde vor dem Experiment mit einem Standardverfahren — dem Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility — gemessen und die Probandinnen in mittelgut hypnotisierbar und weniger gut hypnotisierbar eingestuft.

Rund die Hälfte der Bevölkerung sei mittelgut hypnotisierbar, hiess es in der Mitteilung. Frauen erreichen in diesem Verfahren im Durchschnitt etwas höhere Werte als Männer. Für gut hypnotisierbare Männer erwarten die Forscher indes dieselben positiven Effekte auf den Schlaf.

Die Studie fand im Rahmen des Projekts «Schlafen und Lernen» statt. Es wird vom Schweizerischen Nationalfonds und der Universität Zürich gefördert und soll aufzeigen, wie die positiven Effekte des Schlafs auf Gedächtnis und mentale Gesundheit entstehen.

(fee/sda)

Die Schlafphasen

REM-Schlaf ist die Zeit intensiver Träume. Das Gehirn ist so aktiv wie im Wachzustand. Gleichzeitig sind aber die Nervenbahnen blockiert, die über das Rückenmark zu den Muskeln führen. Dadurch ist der Körper vorübergehend gelähmt. Einzig die Augen bewegen sich schnell hin und her, wie der Name dieser Schlafphase verrät. Denn REM steht für Rapid Eye Movement.

Tiefschlafs ausgeschüttete Wachstumshormon hingegen sorgt dafür, dass alte und abgestorbene Körperzellen durch neue ersetzt werden. Auch gibt es Hinweise darauf, dass in dieser Zeit die Eindrücke des Tages verarbeitet werden.

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