Aktualisiert 27.04.2020 12:14

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Dank Knoblauch rülpsen Kühe weniger

Rülpsender Kühe sind für die Umwelt extrem schädlich. Eine Schweizer Firma hat nun einen Futterzusatz entwickelt, der das Aufstossen der Nutztiere verringern soll.

von
Jil Rietmann
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Der Methan-Ausstoss von unter anderem Kühen treibt den Klimawandel voran.

Der Methan-Ausstoss von unter anderem Kühen treibt den Klimawandel voran.

KEYSTONE
Dass Kühe viel Methan produzieren ist bekannt. Studien belegen, dass rund 15 Prozent der Treibhausgase von Nutzvieh stammt. Durch den Verdauungsprozess von Gras im Magen der Tiere entsteht Methan. Dieses lassen die Kühe dann in die Luft, wo es zu schädlichen Treibhausgasen wird. Eine einzige Kuh kann täglich bis zu 500 Liter Methan produzieren.

Dass Kühe viel Methan produzieren ist bekannt. Studien belegen, dass rund 15 Prozent der Treibhausgase von Nutzvieh stammt. Durch den Verdauungsprozess von Gras im Magen der Tiere entsteht Methan. Dieses lassen die Kühe dann in die Luft, wo es zu schädlichen Treibhausgasen wird. Eine einzige Kuh kann täglich bis zu 500 Liter Methan produzieren.

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Auch Ziege, Schafe und Rinder produzieren das schädliche Gas. Eine Studie belegt, dass all diese Tiere zusammen jährlich rund 100 Millionen Tonnen des Gases in die Luft lassen.

Auch Ziege, Schafe und Rinder produzieren das schädliche Gas. Eine Studie belegt, dass all diese Tiere zusammen jährlich rund 100 Millionen Tonnen des Gases in die Luft lassen.

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Darum gehts

  • Nutzvieh produziert rund 15 Prozent der abgegebenen Treibhausgase weltweit.
  • Schuld ist das Methan, das beim Wiederkäuen im Magen entsteht.
  • Eine Schweizer Firma hat einen Futterzusatz entwickelt, der Kühe weniger Rülpsen lässt.
  • Der natürliche Verdauungsprozess der Tiere wird nicht negativ beeinflusst.
  • Landwirte erhalten Treibhaus-Gutschriften, wenn sie den Futterzusatz für ihre Tiere brauchen.

In Sachen Klimawandel spielt Nutzvieh eine zentrale Rolle. Rund 15 Prozent aller weltweit abgegebenen Treibhausgase stammt laut Studien nämlich aus der Viehwirtschaft. Durch den Verdauungsprozess von Gras im Magen der Wiederkäuer entsteht Methan. Dieses lassen sie an die Luft, unter anderem durch Rülpsen. In der Atmosphäre wirkt es als schädliches Treibhausgas. Eine einzige Kuh kann laut dem Wissenschaftsmagazin «Higgs» pro Tag rund 500 Liter Methan aufstossen.

Doch nicht nur Kühe sind für die Umweltverschmutzung verantwortlich. Auch Ziege, Schafe und Rinder produzieren das schädliche Gas. All diese Tiere zusammen geben laut Hochrechnungen jährlich rund 100 Millionen Tonnen des Gases an die Umwelt ab. Das entspricht etwa 30 Prozent aller Methanemissionen.

Hier wird dir der Verdauungsprozess einer Kuh erklärt.

Youtube/Mootral

Knoblauch gegen Methan-Ausstösse

Das Schweizer Agritech-Unternehmen Mootral hat einen Weg gefunden, wie die Tiere weniger Gas produzieren. Der Futterzusatz Mootral beeinflusst den Verdauungsprozess der Tiere so, dass sie weniger Methan produzieren. Wichtige Bestandteile dabei sind Allicin, das man im Knoblauch findet sowie Zitruselemente. «Mootral reduziert Methanogene im Pansen ohne dabei negative Nebenwirkungen auf die Fermentierung zu haben», erläutert Ermias Kebreab, ein Experte für nachhaltige Landwirtschaft und Tierwissenschaften an der University of California in Davis, das die Wirkung von Mootral erforscht hat, gegenüber «Higgs».

In einer Studie wurde konkret die Wirkung des Futterzusatzes auf Schlachtrinder untersucht. Mit einem Zusatz von 15 Gramm im normalen Futter der Tiere pro Tag, wird der Methan-Ausstoss eines Jungochsens um 23 Prozent verringert. Auch bei Milchkühen sank der Ausstoss gewaltig. Rund 38 Prozent weniger Methan wurde von den Kühen ausgestossen, wie vorausgegangene Studien ergaben.

Durch das Mittel können sogar Futterkosten eingespart werden. Denn die Tiere verbrauchen durch den Zusatz weniger Energie für die Verdauung. Dadurch benötigen sie weniger Futter und produzieren aber sogar mehr Milch und leiden weniger an Stress, da der Knoblauch-Duft die Fliegen fern hält.

Offizielle Zertifizierung

Der Futterzusatz erhielt im Dezember 2019 von Verra, dem weltweit grössten Programm für freiwillige Klimakompensation, die Zertifizierung, dass er Treibhausgas-Emissionen reduziert.

Landwirte, die nachweisen können, dass sie ihre Tiere mit diesem Futterzusatz füttern, erhalten deshalb sogenannte Treibhaus-Gutschriften, die sie auf dem globalen Klimakompensationsmarkt verkaufen können.

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