Aktualisiert 17.02.2019 17:40

Messe-Dernière

«Dank Muba war Basel für ein paar Tage Hauptstadt»

Am Sonntag ging die 103. und zugleich letzte Ausgabe der Basler Mustermesse mit einem halbstündigen Schlussakt zu Ende.

von
jes
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Die letzte Ausgabe der Muba wurde am Freitag, 8. Februar, um 11 Uhr eröffnet.

Die letzte Ausgabe der Muba wurde am Freitag, 8. Februar, um 11 Uhr eröffnet.

20 Minuten/las
Das Band durchschnitten neben anderen Basler Finanzdirektorin Eva Herzog (3. v. l.) und Ichiro Shimogaite, Direktor des Japanischen Kultur- und Informationszentrums (5. v. l.).

Das Band durchschnitten neben anderen Basler Finanzdirektorin Eva Herzog (3. v. l.) und Ichiro Shimogaite, Direktor des Japanischen Kultur- und Informationszentrums (5. v. l.).

Keystone/Patrick Straub
Der Ribbon Cut wurde von der Gastregion Appenzell begleitet.

Der Ribbon Cut wurde von der Gastregion Appenzell begleitet.

20 Minuten/las

Dudelsack- und Jagdhorn-Klänge begleiteten am Sonntag gegen 17 Uhr das Ende einer Ära. Die «Mutter aller Messen», wie die Muba als älteste Publikumsmesse in der Schweiz auch genannt wurde, schloss zum letzten Mal ihre Tore. Zeitgleich trat das Basler Kulturgut in den Status der Ewigkeit über, indem die Messe in einem symbolischen Akt dem Historischen Museum Basel übergeben wurde.

Vom zunehmenden Publikumsschwund war an der Dernière von blossem Auge wenig zu erkennen. Familien füllten die Hallen, in denen die Aussteller ihre Produkte feil boten, und jung und alt tummelte sich bei den kulinarischen Angeboten vor dem Messegebäude. 236'619 Besucher kamen insgesamt zur letzten Muba – so viele wie schon lange nicht mehr. Allerdings war der Eintritt zur letzten Messe-Ausgabe gratis.

«Jetzt ist Schluss»

Warum die alljährlich wiederkehrende Messe, die im Februar 1917 ihre Geburtsstunde verzeichnete, laut eigener Aussage «aus der Zeit gefallen» war, dürfte verschiedenste Gründe gehabt haben.

Massgebend sei die Schwierigkeit gewesen, die verschiedenen Ansprüche an das Format von junger und alter Seite zu vereinen. In der Schlussrede kam schliesslich auch die Vielseitigkeit der Messe zur Sprache, die sich in den Zeiten der Spezialisierung als Makel erwies.

«Totgesagte leben länger»

Für so manchen barg die letzte Muba die eine oder andere Kindheitserinnerung, andere begaben sich zum ersten Mal in den bunten Trubel. Mit der Übergabe des Gästebuches wurde die Mustermesse Basel endgültig zu einem Stück Basler Geschichte.

«Dank der Muba war Basel jeweils für ein paar Tage Hauptstadt», hiess es in Rede bei der Abschiedszeremonie nicht ohne Wehmut. Doch da war auch der Blick nach vorn: Schliesslich endete die Dernière mit der Vergabe von Blumenzwiebeln unter dem Motto «Zeiten vom Umbruch haben einen Sinn».

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