Aktualisiert 28.02.2012 08:28

Beinverlängerung

Dank OP ganz gross herauskommen

Viele Männer leiden, wenn sie kleiner sind als der Durchschnitt. Hier kann eine Operation helfen – doch der Weg zum Gardemass ist schmerzhaft und kostenintensiv.

von
rre

Langwierig und schmerzhaft: Die Verlängerungs-Prozedur ist nichts für Weicheier. <br>(Quelle: ABCnews.com)

Mit einem Körpermass von 1,67 m war Apotheosis kleiner als der durchschnittliche Amerikaner. Der New Yorker, der anonym bleiben will und deshalb nur mit einem Pseudonym in den Medien erwähnt werden möchte, störte sich sehr daran. So sehr, dass er sich zu schweren Operationen entschloss, die ihm noch Wochen später starke Schmerzen bereiten sollten: Er entschied sich für zwei Beinverlängerungs-OPs, die ihn insgesamt rund 15 Zentimeter grösser machten.

Apotheosis (griechisch für «Vergötterung») gehört einer buchstäblich wachsenden Zahl von Männern in den USA an, die sich die Beine aus kosmetischen Gründen verlängern lassen. Dror Paley, orthopädischer Chirurg am Paley Institute in West Palm Beach in Florida, führte allein im vergangenen Jahr 650 solcher Eingriffe durch. Die meisten seiner Patienten hatten schwere Deformierungen der Beine oder litten unter Kleinwuchs.

Skalpell statt Psychotherapie

Nur eine geringe Zahl liess die schmerzhafte und langwierige Prozedur aus kosmetischen Gründen über sich ergehen. «Die meisten dieser Patienten kommen zu uns, weil sie unter einem Problem leiden, das wir Grössen-Dysphorie nennen. Das sind Menschen, die äusserst unzufrieden mit ihrer Körpergrösse sind», sagt Paley und stellt heraus, dass eine Psychotherapie hier häufig nicht die erwünschte Wirkung erzielt: «Das ist eine der wenigen psychischen Störungen, die mit einem Skalpell geheilt werden kann».

Auch Akash Shukla litt - wie ABCnews.com berichtet - unter seiner geringen Körpergrösse. Der 25-Jährige aus New Jersey mass gerade einmal 1,50 Meter. Hinnehmen wollte er das nicht. «Es gab Leute die sagten: ‹Akzeptiere, was Gott dir gegeben hat!›. Doch das war für mich nicht okay, schliesslich bekommt jemand, der schiefe Zähne hat, auch eine Spange und muss sein Gebiss nicht als gottgegeben hinnehmen», findet Shukla.

Täglich einen Millimeter grösser

Für seinen Traum, einige Zentimeter an Grösse zuzulegen, liess er sich von einem Chirurgen zunächst operativ die Knochen brechen. Danach wurde ihm ein Teleskop-artiger Stab als Verbindungselement in die Knochen hinein gemeisselt. Der Stab ermöglicht, dass die beiden Knochenenden nach der Operation über einen Zeitraum von drei Monaten täglich um einen Millimeter auseinander geschoben werden können. Dabei wachsen der Knochen und das umliegende Gewebe mit.

Diese Prozedur ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch teuer: Umgerechnet musste er mehr als 76 000 Franken für den Eingriff hinblättern. Apotheosis bezahlte diesen horrenden Betrag gleich zwei Mal, denn erst die zweite Operation verhalf ihm zu einer Gesamtverlängerung von über 15 cm. Im Interview erzählt er: «Meine Beine befinden sich immer noch im Verlängerungsprozess.» Heute sei er endlich derjenige, der er immer sein wollte.

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